Die Milch macht Sorgen

Der Preis sinkt und 2015 läuft die Quotierung aus. Der Milchmarkt läuft nicht nach Wunsch für die Landwirte. Dennoch gibt sich die Bauernverband-Führung in Burkhardsreuth optimistisch

"Wenn man so hört, was an Anforderungen auf euch zukommt, seid ihr nicht zu beneiden", hielt Trabitz' Bürgermeisterin Carmen Pepiuk bei der Gebietsversammlung des Bauernverbands (BBV) (wir berichteten) fest. Umso mehr komme es darauf an, dass mit dem BBV ein kompetenter Berater den Bauern zur Seite stehe.

Mit BBV-Kreisgeschäftsführer Hans Winter und Kreisvorstandsmitglied Christian Pschierer war sich Carmen Pepiuk einig, dass die Bauern ihren Anliegen am besten dienen, wenn sie Einmütigkeit wahren. Trotz aller Probleme zeigte sich Winter überzeugt: "Bauer ist der schönste Beruf der Welt." Bayerische Landwirte seien hervorragend ausgebildete Fachleute, deshalb haben sie beste Zukunftschancen. Effiziente Betriebsführung werde aber immer wichtiger, schon wegen der Konkurrenz der Großbetriebe im Osten und Norden.

Nicht unerwähnt ließen Pschierer und Winter den "Sinkflug" des Milchpreises. Der habe die Milcherzeugung angekurbelt. Von April bis Oktober sei die Produktionsquote in Deutschland um 4,7 Prozent übererfüllt worden. Allerdings sei der Export wegen des Wegfalls Russlands und Chinas als Abnehmer empfindlich eingebrochen.

Der Ausstieg aus der Milchquotierung im kommenden Jahr werde manche Erzeuger animieren, noch mehr "Gas zu geben", befürchtete Christian Pschierer. Angesichts der Komplexität der Marktsituation und der mäßigen "Quotendisziplin" würde eine weitere Quotierung der Produktion, wie sie der Bund Deutscher Milchviehhalter fordert, keine durchgreifende Besserung bringen. Winter wünscht sich, dass der einbrechende Milchpreis die "überproduzierenden" Landwirte zur Besinnung bringe und sie bewege, "vorsichtiger zu produzieren".

Schließlich rief Winter die Landwirte auf, bis Ende 2015 einen Pflanzenschutzsachkunde-Lehrgang zu absolvieren: "Andere bisher anerkannte Berechtigungen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gelten dann nicht mehr." Die nächsten Kurse fänden am 15. Januar in Vohenstrauß und am 25. Februar in Püchersreuth statt.

Ferner ging der Referent auf die Vorschriften für die Antibiotikaanwendung in der Viehzucht, den Mindestlohn, den geänderten Zahlungsmodus für die Berufsgenossenschaftsbeiträge und die Aufstockung des Etats für Reha-Maßnahmen in der Sozialversicherung ein. Fragen zur Rentenreform beantwortet Fachberater Christian Traxler.
Weitere Beiträge zu den Themen: Burkhardsreuth (468)12-2014 (6638)
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