Die Nominierungsversammlung aus Sturms Sicht

In seiner Stellungnahme schildert Zweiter Bürgermeister Josef Sturm den Ablauf der Nominierungsversammlung aus seiner Sicht. Demnach sei im Feuerwehrhaus Platz für etwa 55 Personen geschaffen worden. Gekommen seien etwa 75. "Man saß in Zweier-Reihen an Tischen, auf Bierbänken im Flur und vor dem Feuerwehrhaus", beschreibt Sturm die Situation.

Nach der Eröffnung der Versammlung habe er die Leitung an Ulrich Bauriedl abgegeben. Dieser habe mehrfach darauf hingewiesen, geheim zu wählen. "Schon während der Abstimmung sah man am Verhalten von Teilnehmern, dass diese Wahl nicht geheim ist", schreibt Sturm, der bei der Wahl seinem Gegenkandidaten Florian Adam knapp unterlegen war. Deshalb sei es aus seiner Sicht verständlich, dass die nötigen Unterschriften auf dem Versammlungsprotokoll im Anschluss aus Gewissensgründen nicht geleistet wurden. Zum Hintergrund: Fehlende Signaturen hatten dazu geführt, dass der gemeindliche Wahlausschuss den Höglinger Wahlvorschlag nicht zugelassen hatte.

Ulrich Bauriedl sei zwei Tage nach der Versammlung von der Verwaltung mitgeteilt worden, dass es Probleme gebe. Daraufhin hätten sich vier Gemeinderäte der WG Högling zusammengesetzt und den Ablauf der Wahl analysiert. Dabei hätten sie - darunter war laut Sturm auch Florian Adam - festgestellt, dass der Urnengang nicht geheim abgelaufen sei. Nachdem die Zeit für eine Wiederholung der Wahl zu knapp gewesen sei, sei man zu der Auffassung gelangt, dass Högling dann keinen Kandidaten ins Rennen schicken werde.

Einen Tag später sei Bauriedl abermals ins Rathaus gekommen. Dort sei er darauf hingewiesen worden, dass die Signaturen ausstehen. Daraufhin habe Bauriedl das Protokoll unter Vorbehalt signiert. Die beiden anderen Wahlvorstandsmitglieder und ein Teil der Unterstützer hätten die Unterschrift verweigert, aber eine Erklärung dazu abgegeben. "Anschließend zog Bauriedl seine Unterschrift zurück", schreibt Josef Sturm.

Als Ausgangspunkt für die Vorgänge um seine Person vermutet Sturm einen Nachbarschaftsstreit. Bei einem geplanten Garagenneubau habe er als Nachbar zwar die Unterschrift geleistet, aber auf rechtlichen Vorschriften bestanden. Dieser Umstand sei nun zum Anlass genommen worden, "gegen mich aufzuhetzen, Leute zu organisieren und meine Aufstellung zu verhindern", sagt Sturm. Die Nachfrage des NT, ob er weiß, wer den Anruf beim Landratsamt getätigt und die angeblich nicht geheime Wahl beanstandet hat, verneinte der stellvertretende Bürgermeister. Dieser Anruf hatte den Stein erst ins Rollen gebracht. (tib)
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