Die Not der Menschen sehen

Sie spielten im Familiengottesdienst die Martinslegende nach: (von links) Fabian Rupprecht (Soldat), Jule Schusser (Stadtmädchen), Paul Arnold (Martin), Anna Riedl (Sprecherin), Eva Schmidt (Stadtmädchen), Jona Koller (Soldat), Lukas Schmidt (Bettler) und Jakob Dilling (Stadtmensch). Bild: gpa

Teilen und Gutes tun: Diese Worte waren der Dreh- und Angelpunkt des Familiengottesdienstes zum Martinstag in der voll besetzten Stadtpfarrkirche St. Laurentius.

Begleitet von Stadtpfarrer Thomas Jeschner und Ministranten waren die vielen Mädchen und Buben mit ihren bunten Lampions zu der abendlichen Messe in das Gotteshaus eingezogen. Dort hatten Gemeindereferentin Gabriele Gabriel und ihre Helferinnen am Eingang zum Altarraum eine "Stadtmauer" aufgebaut, vor deren Tor ein Bettler saß.

In einer Spielszene wurde dargestellt, wie der Soldat Martin, der Mitglied der Leibwache von Kaiser Konstantin II. war und später Bischof von Tours wurde, dem frierenden Bettler einen Teil seines Mantels geschenkt hat. "Immer wenn wir einem anderen etwas Gutes tun, tun wir es eigentlich auch für Gott, folgen wir dem Auftrag des Evangeliums: Geh, handle genauso!"

Diesen Satz nutzte Stadtpfarrer Thomas Jeschner in seiner Predigt: "Martin hat kraftvoll seinen Mantel geteilt. Für uns heute ist dies ein ganz besonderes Zeichen. Wenn wir an die vielen Flüchtlinge denken, die nach Deutschland - auch in unseren Landkreis - kommen, hat Teilen eine ganz neue Dimension, die uns sagt, an den Flüchtlingen den Willen Gottes zu erfüllen: Geh und handle genauso. Geben wir ihnen darum Hilfestellung, zeigen wir ihnen, dass sie sich angenommen und bei uns zu Hause fühlen können."

Mehrere Kinder trugen die Fürbitten vor. "Guter Gott, Martin hat dein Gebot 'Wer Menschen in Not hilft, hilft mir' umgesetzt. Am Martinstag denken wir daran und bitten dich: Öffne unsere Augen, damit wir die Not der Menschen sehen. Öffne unsere Ohren, damit wir hören, wenn jemand in Not ist. Öffne unsere Hände, damit wir teilen, nicht nur an uns selbst denken. Öffne unseren Mund, damit wir durch unser Reden Menschen glücklich machen können. Öffne unser Herz, damit wir anderen unsere Liebe schenken können".

Auf der Orgel begleitete Kantor Joachim Steppert mit gefühlvollen Liedern den Gottesdienst, darunter natürlich das St.-Martins-Lied. Am Ende der Familienmesse bedankte sich der Stadtpfarrer bei den Mädchen und Buben für ihr Kommen und Mittun. Sein Dank galt auch allen, die Gemeindereferentin Gabriele Gabriel bei der Gestaltung des Gottesdienstes unterstützt haben. Den Kindern, die 2015 ihre Erstkommunion feiern werden, dankte er ebenfalls und bat sie, auch in Zukunft die Messfeiern zu besuchen und dazu ihre Eltern mitzubringen.

"Seht euch mal um, wie voll heute die Kirche ist. So voll könnte sie ja eigentlich jeden Sonntag sein", lautete ein kleiner Seitenhieb des Geistlichen mit Blick auf den oft nicht gerade überwältigenden Besuch der Sonntagsgottesdienste. Alle Mädchen und Buben wurden nach dem Ende des Gottesdienstes von den Helferinnen mit Süßigkeiten belohnt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.