"Die richtige Karriere gewählt"

Der Kameradschaftsabend bietet der Freiwilligen Feuerwehr Auerbach die Gelegenheit, Auszeichnungen und Ehrungen an die Frau oder den Mann zu bringen. Mitunter kommen sie überraschend für den Empfänger.

Völlig "überfahren" zeigte sich am Samstagabend im Kolpingsaal der frühere 1. Kommandant Harald Schmidt angesichts einer echten Rarität. Kreisbrandrat Fredi Weiß verlieh ihm das Bayerische Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbands in Silber. Es würdigt hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens über Jahrzehnte.

Zusammen mit Landrat Richard Reisinger übergab der ranghöchste Feuerwehrmann im Landkreis die Auszeichnung samt der zugehörigen Urkunde. Sie trägt die Unterschrift des Vorsitzenden Alfons Weinzierl.

"Sie haben mit der Feuerwehr-Karriere die richtige Karriere gewählt", gratulierte der Landkreischef. Reisinger bekundete seinen Respekt vor einer Laufbahn, "in der alles enthalten ist". Beeindruckend fand er die Jugendarbeit und die Vielfalt der Ideen, mit der sich die Feuerwehr Auerbach um den Nachwuchs bemüht. Dabei sei auch der soziale Halt für die Jugend nicht zu unterschätzen.

Geste hoher Anerkennung

Mit langanhaltendem Beifall brachten die Feuerwehrfrauen und -männer die Wertschätzung für ihren früheren Kommandanten zum Ausdruck. Bürgermeister Norbert Gradl wertete das als "eine Geste hoher Anerkennung für eine großartige Ehrung". Harald Schmidt habe abgewogen und Prioritäten gesetzt. Er habe der Feuerwehr den Vorzug vor der Politik gegeben und es immer geschafft, Politik aus der Wehr heraus zu halten.

"Wenn einer das verdient hat, dann Du", brachte es Nachfolger Sven Zocher in seiner Laudatio auf den Punkt. 1978 trat Harald Schmidt in die Feuerwehr Auerbach ein, absolvierte bei ihr den Wehrersatzdienst und durchlief sämtliche Stationen des "Berufsbilds" Feuerwehrmann. "Wenn man die Liste sieht, denkt man kaum, dass er noch Zeit für etwas anderes als Weiterbildung und Schulungen hatte". Auch Sohn Thomas und Tochter Lisa habe er für die Arbeit der Feuerwehr begeistert.

Harald Schmidt sei immer noch der große Multiplikator der Auerbacher Wehr. Auch nach seinem Rückzug aus der ersten Reihe im Januar dieses Jahres vermittle er sein großes Fachwissen an alle Feuerwehrleute, bestätigte Kommandant Sven Zocher seinem Vorgänger.

All das wäre wohl nicht ohne das Verständnis seiner Ehefrau Angela möglich gewesen. Sie nahm als kleine Anerkennung einen Blumengruß entgegen.

Was die Ehrung anbetrifft, merkte Zocher an: "Wir haben nach unserem Vorschlag beim Bayerischen Feuerwehrverband angesichts Deiner großartigen Leistung für das Feuerlöschwesen auch nichts anderes erwartet als eine positive Nachricht."

Überwältigt von der Auszeichnung und der perfekten Überraschung - alle hatten dicht gehalten - gestand Harald Schmidt ein: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist einfach drin in mir, diese Kameradschaft und anderen zu helfen." Streit sei kein Thema für ihn: "Nicht auszudenken, wenn man im nächsten Moment im Ernstfall beim Ausrücken dann neben diesem Kameraden sitzen würde."

Vorbild Willy Brandt

Für einen Moment vernachlässigte er dann sein Prinzip, die Politik in der Feuerwehr außen vor zu lassen, und ließ die "rote Seele" sprechen. Sein großes Vorbild sei immer Willy Brandt gewesen mit seinem Satz "Wir wollen mehr Demokratie wagen".
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