Die sagenumwobene
Viel Beifall für Schanzenmodell

Der Nachbau der alten Skisprungschanze auf dem Johannisberg: Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg ist nun im Besitz eines originalgetreuen Modells im Maßstab 1:50. Bild: gri
Bernsteinstraße will der Heimat- und Kulturverein Freudenberg stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Dafür sprachen sich die Mitglieder bei der Hauptversammlung aus.

(gri) Experten wie der Schnaittenbacher Heimatforscher Franz Flammersberger sind überzeugt, dass dieser uralte Handelsweg zwischen Adria und Ostsee über das Gebiet der Gemeinde führte. Spuren der Bernsteinstraße zeichnen sich demnach noch heute im Gelände ab. Flammersberger weist auf Hohlwege, Pfade und Steige zwischen Etsdorf und Ellersdorf, Schleißdorf und Witzlricht sowie beim Rotbühlsender hin. Dietrich Manske, Professor für Regionalgeografie an der Universität Regensburg, befasste sich ebenfalls mit der Handelsroute. Ihn für einen Vortrag zu gewinnen, ist eines der Ziele des Vereins.

In mühevoller Kleinarbeit

Auch die Erinnerung an die alte Skisprungschanze hält der Verein wach. Großen Beifall gab es für einen originalgetreuen Nachbau der Schanze, den das Mitglied Benno Grosser in mühevoller Kleinarbeit angefertigt hat. "Mit diesem Modell wird ein Teil unserer Ortsgeschichte lebendig", freute sich Vorsitzender Uli Piehler bei dem Treffen im Gasthaus Freudenberger Hof. Die Miniaturausgabe steht allen Gruppierungen zur Verfügung. Sie kann zum Beispiel für den Heimat- und Sachkunde-Unterricht genutzt werden oder bei Führungen als Anschauungsobjekt dienen.

Schriftführerin Barbara Grötsch blickte auf die Meilensteine des vergangenen Jahres zurück. Mit dem Faschingszug organisiere der Verein mittlerweile eine der größten Veranstaltungen in der Gemeinde. Sie bedankte sich bei den zahlreichen Helfern, insbesondere bei der Feuerwehr und bei der Gemeindeverwaltung. "Ohne Euch könnten wir das nicht stemmen", sagte sie.

Über ein steigendes Interesse an der Kindergarde freute sich Andrea Schuch. In der nächsten Saison werde sie die Gruppe teilen. 2016 trete dann zum ersten Mal auch eine Jugendgarde auf. Die Garde war heuer 15 Mal im Einsatz. Besondere Freude bereiteten den Kindern die Auftritte im Seniorenheim Evergreen in Schnaittenbach.

Solide Finanzen

Kassier Gerhard Schulze berichtete von einem soliden finanziellen Fundament. 2014 seien die Ausgaben aufgrund einiger Anschaffungen höher ausgefallen. So habe der Verein in eine sechs Terabyte große Datenbank investiert, um das Bildarchiv zu pflegen. Nach wie vor werden historische Aufnahmen, die das Dorfleben dokumentieren, gesammelt. Außerdem wurde ein Lager für diverse Utensilien geschaffen.

Bürgermeister Alwin Märkl lobte den Verein für seine Ideen. "Ihr habt das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde enorm bereichert", sagte er. Es mache Spaß, mit dem Vorstand zusammenzuarbeiten. Das Verhältnis sei von Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

In den nächsten Wochen geht es munter weiter: Für Freitag, 8. Mai, lädt der Verein zu einem Themenabend über das Kriegsende ein. Zeitzeugen sind für 20 Uhr in den Gasthof Dotzler eingeladen, um zu erzählen, wie die US-Armee damals in Freudenberg einzog. Am Donnerstag, 14. Mai, steht wieder das Backofenfest im Wutschdorfer Kirchgassl an.
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