Die Schüler stets im Mittelpunkt

Die Hausaufgabenbetreuung in der offenen Ganztagesschule gehört seit 15 Jahren zum Angebot der Realschule Auerbach.

Sie hat derzeit über 400 Schüler und der Zulauf ist ungebrochen. Die Realschule Auerbach erfreut sich größter Beliebtheit und feiert in dieser Gewissheit in wenigen Tagen ihr 60-jähriges Bestehen.

Grund zur Freude für viele Schüler, Ehemalige, Lehrer und nicht zuletzt die Schulschwestern von unserer lieben Frau, in deren Händen die Leitung der Schule liegt. S.M. Lioba Endres lenkt die Geschicke der Schule, die 1954 von Schwester Xaveria Singer als damalige Provinzoberin gegründet wurde. "Ihre Kraft und Entschlossenheit ist eine Botschaft für uns heute", betonte Provinzoberin Schwester Lucilla Hauser beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen vor 10 Jahren. Mit Mut habe die Schulgründerin damals der Herausforderung trotz Raummangel und fehlender Finanzen getrotzt und den Neuanfang gewagt. Im September 1954 begannen 44 Mädchen, darunter 18 Flüchtlingskinder, ihre Ausbildung an der dreijährigen Mittelschule. Mittlerweile haben etwa 2792 junge Menschen ihren Abschluss an der Realschule absolviert.

Kein Massenbetrieb

Dem Einzelnen gerecht zu werden und kein Massenbetrieb zu werden ist der Schule sehr wichtig, deswegen wird eine familiäre Schulatmosphäre gepflegt, betont die Rektorin gegenüber unserer Zeitung. Spürbar sei das immer dann, wenn zu den vielen Veranstaltungen der Schule geladen wird. "Die Schüler gehören zusammen, leben das auch."

Heute erfahren die Schüler eine grundlegende Ausbildung in vielen Facetten. Das reicht von den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch über Informatik, musische Erziehung und Kunst bis hin zur Förderung eigener Stärken und Interessen. Im Laufe der Jahre hat die Schule viele erfolgreiche Absolventen hervorgebracht, zunächst nur Mädchen, später wurden auch Buben an der Realschule unterrichtet.

Nicht nur aus Auerbach besuchen regelmäßig Schüler die Einrichtung, auch aus den benachbarten Gemeinden ist der Zulauf ungebrochen. Königstein, Neuhaus, Edelsfeld oder Kirchenthumbach, von überall her kommen die Schüler. In 14 Klassen, von der 5. bis 10. Jahrgangsstufe, werden sie in verschiedenen Zweigen unterrichtet.

Schulfeste, gemeinsame Aktionen so wie etwa die Romfahrt der gesamten Schule vor zwei Jahren, schweißen die Schüler zusammen und lassen ein besonderes Schulerlebnis zu. Die Einführung einheitlicher Schulkleidung in den Farben rot, blau und hellblau stärkt das Gemeinschaftsgefühl noch weiter, erklärt die Rektorin im Pressegespräch.

Talente entdecken

Jeder Schüler soll alle ihm gegebenen Talente entdecken und diese sollen bestmöglichst gefördert werden. Konzentriertes, diszipliniertes Arbeiten ist dafür unerlässlich, so gibt es eine klare Hausordnung. Viele empfinden deren konsequente Durchsetzung als streng, weiß auch die Schulleitung, dennoch dient sie ihrem Zweck. "Wir fördern unsere Schüler auch indem wir sie fordern und viel von ihnen erwarten und das Unterrichtsniveau hoch halten." Dem Prinzip folgend, dort Hilfe zu bieten, wo der Einzelne oder die Familie nicht alleine zurechtkommt, gibt es bereits seit dem Schuljahr 1998/1999 ein Ganztagsangebot, das die Schule in Kooperation mit der Kongregation der Schulschwestern macht.

Vielfältig ist der Arbeitstag der Schulleiterin Schwester M. Lioba Endres. Viele Erinnerungen kann sie zum 60-jährigen Bestehen der Schule beitragen. "In besonderer Erinnerung bleiben, wie meist auch bei den Schülern die gemeinsamen Fahrten. So etwa die Schullandheimfahrt nach Gößweinstein. Wir waren mit dem Fahrrad unterwegs, die Schüler der 6. Klasse suchten sich den Weg durch den Veldensteiner Forst und die Fränkische in kleinen Gruppen und in Begleitung eines Zehntklässers alleine. Das war sehr spannend. Wir besuchten die Schönsteinhöhle bei Streitberg - nur mit einem Höhlenführer zugänglich mit Taschenlampen, Helm und Matsch."

Auch an die Fahrt der ganzen Schule nach Rom erinnert sich Schwester Lioba als etwas ganz besonderes. "Ich durfte 'prima fila', also bei der Generalaudienz in der ersten Reihe sitzen und auch Papst Benedikt persönlich begrüßen." Besonders beeindrucken die Schulleiterin aber jedes Jahr die kleinen, treuherzigen Fünftklässler, die mit strahlenden Augen dramatische Ereignisse erzählen, wie etwa "bei uns haben sie die Bank überfallen", oder "mein Papa hat sich den Arm gebrochen".

Festakt am Freitag

Viele ehemalige Schüler treffen sich nun am 17. und 18. Oktober. Es wird zunächst bei einem Festakt am Freitagabend an 60 Jahre Realschule gedacht. Danach findet der Tanzkursabschlussball statt. Am Samstag können sich alle Bürger und Gäste bei einem Schulfest der besonderen Art von der Einrichtung ein Bild machen. Viele Ehemalige haben sich dazu Einiges einfallen lassen. Erinnerungen werden wach, man trifft sich nach Jahren wieder und tauscht sich aus. Auch die Schüler dieses Jahrgangs präsentieren sich und ihre Schule.
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