Die Sektkorken bleiben in den Flaschen

Ein Unentschieden hätte dem SV 08 Auerbach gereicht: Doch nach der 24:26-Niederlage in der Handball-Bayernliga bei HaSpo Bayreuth ist die Meisterfeier vertagt. Den nächsten Titel-Matchball hat die Wannenmacher-Truppe nun ausgerechnet in Sulzbach.

Zwei Partien hat das Spitzenduo noch zu spielen. Tabellenführer SV 08 Auerbach hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf Verfolger DJK Waldbüttelbrunn, der am Samstag ebenfalls einen Zähler gegen den TSV Unterhaching abgab.

Zwölf Strafwürfe, 14 Zwei-Minuten-Strafen und zwei Rote Karten - doch die Zahlen täuschen. Das Derby vor rund 350 Zuschauern, davon 250 aus Auerbach, war bei weitem nicht so hart. Die Bayreuther störten mit einer aggressiven und konsequent zupackenden Abwehr erfolgreich die Kreise der Gäste und hatten dabei das Glück, dass die Unparteiischen relativ viele Situationen laufen ließen. Auerbach dagegen tat sich schwer, agierte teilweise einfallslos in der Offensive und bekam zu wenig Zugriff auf die quirligen Angreifer.

Spektakuläre Paraden

Hätte nicht Torhüter Philipp Walzik schon jetzt immer wieder einige Würfe gut pariert, der Abstand wäre wohl noch größer geworden. Zudem schaffte die Abwehr zu selten Grundlagen für das sonst übliche schnelle Gegenstoß-Spiel, so dass die Blau-Weißen immer wieder ins Positionsspiel gezwungen wurden. In der 10. Minute musste Karsten Herold nach einem Schlag ins Gesicht für den Rest der Partie vom Feld, doch auch der für ihn eingewechselte Michael Werner konnte kaum Akzente setzen. Die Oberpfälzer mühten sich zwar redlich, doch die Bayreuther hatten immer eine Antwort parat und das Glück des richtigen Pfiffes auf ihrer Seite. Nach 20 Minuten war die Partie wieder ausgeglichen (10:10), drei Minuten später lag HaSpo mit zwei Treffern vorne, Auerbach glich wieder aus und Bayreuth legte erneut zwei Treffer vor. Das Spiel zehrte an den Nerven. Philipp Walzik hielt sein Team mit mehreren teils spektakulären Paraden im Spiel und als wenige Sekunden vor Ablauf der ersten Hälfte seine Mitspieler einen Gegenstoß verstolperten, folgte er ihnen beim Stand von 15:13 für Bayreuth in die Kabine. Die Auerbacher hatten sich für die zweiten 30 Minuten offenbar einiges vorgenommen, denn bereits nach 70 Sekunden war die Partie durch zwei Treffer von Andreas Wolf wieder ausgeglichen. Doch ein nicht gepfiffenes Stürmerfoul von Marius Hümpfer, einen angeblich übertretenen Wurfversuch und eine Strafzeit gegen Tobias Wannenmacher später, war es schon wieder vorbei mit der Auerbacher Aufholjagd.

Als dann auch noch Wannenmacher in der 48. Minute nach seiner dritten Zeitstrafe endgültig vom Feld musste, fehlte dem Auerbacher Spiel die Ruhe und Übersicht, um noch etwas zu bewegen. Vier Minuten später bauten die Oberfranken ihre Führung erstmals auf drei Treffer aus (22:19) und es schien alles zu ihren Gunsten zu laufen.

Rot für Mario Schmidtke

Doch noch einmal bäumten sich die Gäste auf und trafen in der 57. Minute zum 23:23. Warum danach die Emotionen auf und vor allem neben dem Feld dermaßen hoch kochten, lässt sich nur durch einige undurchsichtigen Entscheidungen der jungen Unparteiischen erklären. Wenige Sekunden vor Schluss klärte Schmidtke eine klare Torchance mit einem Foul, für das er mit einer Roten Karte mit Bericht bestraft wurde. Er wird zumindest beim Spiel in Sulzbach fehlen. "Ich denke nicht, dass wir heute eine überharte Partie gesehen haben", sagte Spielertrainer Wannenmacher. "Es war ein ganz normales Bayernligaspiel mit Haken und Ösen agieren. Warum die Emotionen gegen Ende derart hoch gingen, lag meiner Meinung nach nicht an den beiden Mannschaften." Am kommenden Wochenende pausieren die Auerbacher, bevor sie am 25. April im Derby beim HC Sulzbach ihren zweiten Matchball haben.

SV 08 Auerbach: Tor: Walzik, M. Müller. Feld: Tannenberger, Werner, Hofmann, Lux (4/2), Wannenmacher, Herold, Schmidtke (2), Schramm (3), F. Müller (3), Wolf (7/1), Schöttner (5).
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