Die Strohmühle sorgt dafür, dass es Pferde trocken und weich haben
Herstellung ist keine Hexerei

Das Material aus der "Strohhexe" bietet mehr Komfort im Pferdestall. Bild: hfz
Kemnath am Buchberg/Schwarzhofen. Die "Strohhexe" stand im Mittelpunkt einer Vorführung der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath am Buchberg. Auch Vorsitzender Lorenz Gebert hörte interessiert zu, als der zweite Vorsitzende Robert Zimmermann jun. auf seinem Haflingerhof in Schwarzhofen nochmals im Detail die Funktionsweise dieser Strohmühle praktisch vorführte. Ruckzuck hatte er gepresstes Langstroh aus Quaderballen kurz geschnitten und gemahlen ("gehext").

Denn sein Leitsatz für seine Zucht lautet: "Unsere Pferde sollen weich und trocken liegen. Dafür gibt es nichts Besseres und Billigeres als Stroh von meinen Feldern." Stroh hält Pferde sauber und gesund. Stroh bindet Jauche und Geruch und erleichtert das Entmisten. Laut Zimmermann beschleunigt "gehextes Stroh" die Verrottung und erhöht den Düngewert von Mist und Gülle.

Als praktische Testvorführung hatte er fünf Behälter mit jeweils 500 Gramm gehexten Stroh von Gerste, Hafer, Roggen, Triticale und Weizen, dazu zwei Behälter mit je 500 Gramm Langstroh und Sägespänne aufgebaut. In jeden Behälter goss er einen halben Liter Wasser gleichmäßig über den jeweiligen Inhalt. Nach etwa einer halben Stunde konnte sich jeder Kursteilnehmer selbst mit Händen und Augen sein eigenes Urteil darüber bilden, welche Testsorte als ideale Einstreu am besten geeignet ist. Sägespäne saugen die Nässe zwar am besten auf, bilden aber dann eine tropfnasse Liegeunterlage. Das Langstroh zeigte fast keine Saugwirkung. Bei den gehexten Stroharten aber ist der Behälterboden nahezu trocken und die ganze Flüssigkeit im Stroh gebunden. Trotzdem fühlte sich das Stroh noch trocken und weich an.

Zum Beweis führte Zimmermann alle Teilnehmer durch seinen Stall mit zur Zeit 10 Haflingerpferden und zeigte jedem der über 40 Teilnehmern vor Ort, welche Vorteile dieses gehexte Stroh bringt: Kurzes Stroh gibt eine gleichmäßige Einstreudicke und verbessert den Liegekomfort für das einzelne Pferd. Es saugt mit dem Urin auch den Ammoniak gut auf, wodurch ein geruchsneutrales Stallklima ohne "Odlgeruch" herrscht. Zimmermann stellte fest: "Bei mir liegt die Einsparung an Stroh bei einem Drittel, was wiederum auch ein Drittel weniger Mist bedeutet."
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