Die Zeit als Geschenk

Mit den in Mundart geschriebenen Gstanzln von Birgit Sperl überraschten die Schüler "ihre Chefin" Christine Schöberl.

Schüler besuchen in ihrer Freizeit Senioren, sie sorgen für Unterhaltung und Abwechslung. Zwei Jahrzehnte existiert dieser Generationen-Treff. Grund genug, gemeinsam zu feiern.

Die inzwischen in den Ruhestand getretene, ehemalige Lehrerin an der Grundschule, Christine Schöberl, fungierte vor 20 Jahren als Geburtshelferin für die Initiative "Geschenkte Zeit". Mit einer Dankandacht begann nun die Feierlichkeit im Festsaal des Seniorenheims. Dabei wurde auch der drei verstorbenen Schüler Michaela Bauer, Julia Schuierer und Helmut Ziegler gedacht. Die musikalische Gestaltung übernahmen Birgit Sperl (Trommel) sowie Monika Schächerer (Gitarre).

Durchhaltevermögen

Bei Kaffee und Kuchen stärkten sich anschließend alle kleinen und großen Gäste. In seinem Grußwort dankte Pfarrer Helmut Brunner der Grund- und Mittelschule für das gute Nachbarschaftsverhältnis. "Wir wären alle ein Stück ärmer, hätten wir diese geschenkte Zeit nicht", so der Redner. In ihrem Grußwort ließ Christine Schöberl die Geschichte des Schüler- und Seniorentreffs Revue passieren. Mit vier Kindern begann sie diese soziale Einrichtung. Einmal im Monat traf man sich im Kaffeestüberl mit rüstigen Senioren zum zwanglosen Plausch und zum gemeinsamen Spiel. Die Anzahl der Teilnehmer hat sich stetig gesteigert, so dass die Maßnahme seit vielen Jahren vierzehntägig angeboten werden kann. Erstaunlich sei, dass auch viele Jungen am Seniorentreff teilnähmen und großes Engagement, Verständnis und Einfühlungsvermögen zeigten. Und es sei selbstverständlich, dass alle durchhielten, "selbst an heißen Sommertagen, wenn sich die Mitschüler in der Sonne aalen", so die Sprecherin.

"Wichtiger Treibstoff"

Für die jungen Leute sei der Schüler- und Seniorentreff "Geschenkte Zeit" nicht immer eine leichte Aufgabe. Sie müssten auch leidvolle Erfahrungen machen, da sie hautnah mit Alter, Krankheit, geistigem Verfall und Tod konfrontiert würden. Christine Schöberl bezeichnete sich in ihrer Ansprache als den "Motor der Initiative". Die stetig und treu kommenden Schüler seien aber der "wichtige Treibstoff". Im Seniorenheim galt der Dank der Heimleiterin Annette Forster, die dem Einsatz immer aufgeschlossen und freundlich begegnet.

Im Hause selbst ist Birgit Sperl Ansprechpartnerin, die immer für den richtigen Rahmen sorgt und die Initiative gerne unterstützt. Christine Schöberl's Dank galt auch den bisherigen Schulleitern Peter Ripke, Alois Riedel und Dieter Bartl. An ihre Kollegen richtete sie ebenfalls einen Dank für die Weiterführung der "geschenkten Zeit". Dies sind Christine Schmid, Roswitha Boccali, Georg Bayerl, Stefanie Spratter sowie die aktuelle Jugendsozialarbeiterin an der Grund- und Mittelschule Bruck, Sonja Huber.

"Ehrlich gemeint"

Auch Heimleiterin Annette Forster dankte allen Beteiligten für diesen "Dialog der Generationen". Forster überreichte Christine Schöberl einen Geschenkkorb im Namen des Hauses für "ihre geschenkte Zeit".

Bürgermeister Hans Frankl lobte alle Verantwortlichen für diesen wichtigen Beitrag im Seniorenheim. "Wenn ich bei dieser Feier so strahlende Kindergesichter sehe, dann weiß ich, dass dies ehrlich gemeint ist", betonte er. Rektor Dieter Bartl ist ebenfalls stolz auf dieses Projekt. Mit selbst geschriebenen Gstanzln von Birgit Sperl sangen die Kinder des Seniorenheim-Besuchsdienstes "ihrer Chefin", Christine Schöberl, auf humorvolle Weise Strophen des Dankes für ihr Engagement.
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