Diebe bieten Hilfe an

Um den 15 Meter hohen Maibaum in die Senkrechte zu bringen, braucht es die Mithilfe zahlreicher starker Männer. Bild: rtw

Seit 25 Jahren pflegen die Siedler der Raiffeisen- und der Grasberger Straße einen für die nördliche Oberpfalz eher ungewöhnlichen Brauch. Zwei Polizisten brachten ihn aus ihrem früheren Dienstort mit.

Immer zu Beginn des Wonnemonats Mai stellen die Nachbarn am Ortsrand auf einem Gemeindegrundstück einen Maibaum auf. Drumherum steigt dann ein zünftiges Fest. Den Anstoß dazu gaben zwei Mitglieder der Stammmannschaft der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg, die bei der Gründung des Standorts ihren Wohnsitz von Eichstätt nach Neukirchen verlegten.

Bei den anderen Siedlern stieß die Idee auf Begeisterung. Ihre Kinder von damals sind heute junge Erwachsene, die das Fest nach wie vor mitfeiern und dazu auch Freunde oder Partner mitbringen.

Zum 25. Jubiläum sollte es natürlich ein besonderer Baum sein, der geschält und weiß-blau bemalt wurde. Allerdings stahlen Maibaumdiebe in einem nächtlichen Kraftakt den halbfertigen Baum. Nach zähen Verhandlungen flossen etliche Liter Bier. Dann bekamen die Siedler ihr Schmuckstück zurück, und die Truppe der Diebe half beim Aufstellen kräftig mit. Jede Familie brachte vorher noch ein Wappenschild am Baum an, das ihren Namen oder den Beruf symbolisiert.

2. Bürgermeister Wolfgang Rattai, selbst als Anwohner von Anfang an dabei, blickte auf die Ursprünge und lustige Begebenheiten des Fests zurück. "Der Baum ist ein Symbol für gute Nachbarschaft und Heimatverbundenheit", freute er sich.
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