Diese Dorfmitte setzt Maßstäbe

Die Kinder haben ihn schon in Beschlag genommen, den neu gestalteten Abenteuerspielplatz, der zusammen mit Dorfplatz und saniertem Pfarrhausensemble einen attraktiven Dorfkern in Gunzendorf bietet. Bild: swt

"Ein Dorf geht ins Kloster!", so titelte vor vier Jahren die SRZ. Damals begann der aktive Teil der Dorferneuerung in Gunzendorf. Bürger und Fraktionsvertreter schufen in Klausur im Kloster Plankstetten gemeinsam etwas, das heute beim Amt für ländliche Entwicklung als Maßstab gilt.

Hans Peter Schmucker, der die Dorferneuerung begleitete, war bei der feierlichen Einweihung des neuen Dorfplatzes am Samstagnachmittag noch immer begeistert von der Art und Weise, wie hier Bürger und Verwaltung zusammengewirkt haben. "Gunzendorf hat Maßstäbe gesetzt", sagte der Vertreter des Amtes in seiner Ansprache. Skeptisch sei er gewesen, als er hörte, dass auch Stadträte mit in Klausur gehen. Er erwartete politisches Geplänkel. Doch überraschenderweise sei im Februar 2011 ein Projekt entstanden, das seinesgleichen sucht. "Seither nehmen wir Gunzendorf als Maßstab für alle Dorferneuerungsmaßnahmen, die derzeit oder künftig geplant werden", sagte Schmucker.

Planer Wolfgang Fetsch schloss sich Schmuckers Worten an und betonte, dass hier nicht das Werk eines Planers, sondern das der Dorfgemeinschaft entstanden sei. Bereits der frühere Stadtrat aus Gunzendorf, Helmut Haberberger, habe die Weichen gestellt, damals als es in Auerbach um den Place de Laneuveville ging. Nun ist ein multifunktionaler Platz entstanden, der zum Ratschen, zum Feiern oder Spielen der Kinder einlädt. Fetsch: "Zusammen mit dem Kirchenbergl, dem renovierten Pfarrhaus und dem sanierten Nebengebäude ist ein schöner Dorfkern entstanden." Dank galt auch der Familie Speckner, die ihr früheres Anwesen, das auf eben diesem Platz stand, ohne größere Probleme zum Abriss freigab. Rund 700 000 Euro hat die Gesamtmaßnahme gekostet, 55 Prozent wurden vom Staat gefördert.

"Ein zeitgemäßes Gesicht für ein modernes Dorf ist entstanden", meinte Bürgermeister Joachim Neuß, der den Bewohnern einen Platz der Begegnung wünschte. Als letzter Punkt der Dorferneuerung wird heuer noch das neue Bushäuschen am Anwesen Siegler gebaut (Kosten: 55 000 Euro). Neuß lobte die vielen Privatinitiativen. Auch die Anwohner waren bei Sanierungsmaßnahmen in den Genuss von Fördermitteln gekommen.

Der evangelische Pfarrer Moritz von Niedner und sein katholischer Kollege Dekan Dominik Sobolewski erteilten dem Platz in einer kleinen Andacht den kirchlichen Segen. Von Niedner freute sich, dass hier sowohl das christliche Beisammensein in der anliegenden Egidiuskirche als auch die weltliche Gemeinschaft der Bürger lebendig werde.
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