Dieter Melzner zeigt bei den Freien Wählern Möglichkeiten auf, um Tätern das Leben schwer zu ...
Vor Einbrechern ist niemand sicher

Dieter Melzner. Bild: mkk
Kastl. (mkk) Viele Bürger wähnen sich in Sicherheit, weil es bei ihnen nicht zu holen gebe. "Das ist falsch", sagt Dieter Melzner. Eingebrochen werde für 50 Euro Beute. Der Fachberater der Kriminalpolizeiinspektion Weiden korrigierte bei den Freien Wählern noch andere weit verbreitete Ansichten.

Laut des Beamten, der auf Einladung von Vorsitzender Elisabeth Streng, vor zahlreichen Zuhörern im Sportheim zum Thema "Sicher wohnen" sprach, gibt es bei Einbrüchen keine Beschränkung auf Ballungsräume und die Nachtzeit. Ebenso sei ein absolut einbruchsicheres Haus eine Illusion. Es könne lediglich mehr oder weniger gesichert werden. Der Objektschutz-Fachmann zeigte dafür zahlreiche Maßnahmen auf. Die billigste sei eine aufmerksame Nachbarschaft. Melzner appellierte eindringlich an die Zuhörer: "Wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, rufen sie die 110. Lieber einmal mehr als zu wenig." Verdächtige sollten freundlich aber bestimmt angesprochen werden.

Die Maßnahmen zur technischen Sicherheit betreffen in erster Linie Fenster und Türen. Bei Neu- und Umbauten sei auf die DIN-Norm 18 257 zu achten. Türblatt, Zarge, Schloss und Belag dürften keine Schwachpunkte aufweisen. Querriegelschlösser seien vor allem in weniger genutzten Räumen sinnvolle Schutzmaßnahmen, meinte Melzner. Die DIN-Norm EN 1627 sollte für einbruchhemmende Fenster- und Fenstertüren zwingend beachtet werden. Bei 30 Jahre alten Fenstern lohne sich ein Auswechseln schon aus energetischen Gründen. Die Mehrkosten betrügen bei normaler Isolierverglasung 10 bis 25 Prozent. Lichtschächte absichern, Alarmanlagen und Tresore installieren nannte der Redner als weitere Maßnahmen.

Der kriminalpolizeiliche Fachberater riet, stets beim Verlassen der Wohnung Haus-, Balkon- und Terrassentüren sowie Fenster zu verschließen. "Gekippte Fenster sind offene Fenster." Schlüssel sollten niemals draußen versteckt werden. Bei Verlust sei unbedingt der Schließzylinder zu wechseln. Aufstiegshilfen rund ums Haus sollten beseitigt, Bäume daher entsprechend zugeschnitten werden.

Die Informationen können in der Broschüre "Ungebetene Gäste", die auch unter www.polizei-beratung zu finden ist, nachgelesen werden. Für eine individuelle und kostenlose Beratung vor Ort steht Melzner zur Verfügung. Der Polizist warnte vor falschem Heldenmut: "Sachwerte sind ersetzbar, das Leben nicht." Der Täter könne bei seinem Beutezug gestört werden, zum Beispiel durch Anschalten des Lichtes, ihn aufzuhalten, "ist Aufgabe der Polizei".
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