Digitale Kinderkrankheit

Bei den Feuerwehren hält das digitale Zeitalter Einzug. Viele Geräte sind ausgeliefert, aber der Einbau in die Fahrzeuge stockt. Anstelle des klobigen analogen Funkgeräts arbeitet Eschenbachs Kommandant Udo Drechsler (unser Bild) schon mit dem handlichen digitalen Gerät. An der gelben Farbe kann der Fachmann übrigens erkennen, dass der Geräteträger Kommandanten oder Einsatzleiter ist. Bild: do

Der Digitalfunk kommt - auch zu den Wehren in den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth sowie in der Stadt Weiden. Seit einigen Wochen läuft der Probebetrieb. Auf den Analogfunk verzichtet die Feuerwehr aber noch lange nicht.

Eine Herausforderung für Einsatzkräfte und Logistik ist der Digitalfunk in Bayern allemal. In der Nordoberpfalz wird der Leitstellenbereich komplett umgestellt. Besonders den Führungskräften wird einiges abverlangt. Sie werden in eigenen Arbeitsgruppen unter anderem in den Bereichen Technik, Leitstelle, Taktik und Einbau geschult.

Schulungen laufen

Die Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis Neustadt haben diese Schulabende bereits hinter sich, sagt Kreisbrandrat Richard Meier. "Das war eine Mammutaufgabe, die noch dauert." Denn nun folgen die Lehrgänge für die Wehrmänner. Darauf legt Meier großen Wert. Zuständig sind die Kreisbrandmeister.

Eschenbachs Kommandant Udo Drechsler bestätigt die Aufrüstung. Bei seiner Wehr sind 13 Handsprech-Geräte und drei Fahrzeug-Funkeinrichtungen eingetroffen. "Doch nur noch digital funken, das geht noch nicht", schildert Drechsler die Praxis. Die Umstellung brauche Zeit und Geduld. Deshalb werde auch weiter über Analogfunk kommuniziert. "Umständlich ist das schon, mit beiden Geräten zu arbeiten, beziehungsweise beide Geräte am Mann zu führen". Die Umstellungsprobleme seien jedoch beherrschbar und der Zweck sei den Aufwand wert. Drechsler sieht in der Digital-Technik viele Vorteile. Besonders beeindruckend sei die größere Reichweite und die bessere Sprachqualität. "Nebengeräusche werden rausgefiltert, das bringt den Einsatzkräften mehr Qualität bei der Verständigung."

Einbau stockt

Auch für den jungen Speinsharter Kommandanten Christian Höllerl ist die neue Technik gewöhnungsbedürftig. Deshalb beginne der digitale Echtbetrieb erst frühestens im Oktober, sagt Höllerl, der voll auf das Schulungsprogramm in den nächsten Monaten setzt. Einen weiteren Hemmschuh sieht der oberste Brandschützer der Klosterdorfgemeinde in den Verzögerungen beim Einbau des Digitalfunks in den Einsatzfahrzeugen. "Das wird noch dauern." Die Speinsharter und Tremmersdorfer sitzen auf fünf tragbaren und zwei fest zu installierenden Geräten.

Erst im Januar 2016 rechnet er mit der Installierung der "MRTs" in die Lösch- und Mannschaftsfahrzeuge. Auch Udo Drechsler muss warten. "Es gibt zu wenig Fachfirmen, die das können", bedauert der Kommandant. Auch er rechnet mit dem Einbau erst im Januar. Das habe die Ausschreibung der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach ergeben. Auftragnehmer sei die Firma Karl Spiller aus Vohenstrauß.

Kreisbrandrat Richard Meier bestätigt das Dilemma und spricht von zeitlichen Engpässen der Techniker. "Der Einbau in die Feuerwehr-Fahrzeuge ist zeitraubend." Meier weiß von einer Einbauzeit von einem Tag je Fahrzeug. "Neue Technik mit vielen Baustellen aber erfolgversprechenden Aussichten", sagt Drechsler. Vieles sei einfach Übungssache.

Einig sind sich Kommandanten und Kreisbrandrat in der Gesamtbewertung: "Der Digitalfunk verbessert die Qualität der Verständigung und die Effizienz der Einsätze." Bis zu diesen Vorzüge dauert es bei der Kemnather Wehr noch: Die Wehr muss die Geräte erst bestellen, derzeit laufen die Ausschreibung.
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