Digitalfunk funkt dazwischen

Dicker Rauch quillt aus der Werkstatt. Im metallverarbeitenden Betrieb der Familie Fischer in Albersdorf toben die Flammen. Jetzt gilt es für fünf Feuerwehren, ihr Können zu zeigen und die Lage inklusive Bergung von Verletzten zu meistern. Gott sei Dank war dieses Szenario nur gespielt für eine Großübung.

Doch das Ganze wurde im Zuge der Brandschutzwoche sehr realitätsnah umgesetzt. Darauf legte Kommandant Robert Pilhofer von der FFW Etzelwang Wert, als er den Sirenenalarm für vier Wehren aus seiner Gemeinde und aus Neukirchen auslöste. Zum Krisenszenario gehörten auch drei Vermisste und eine vierte Person, die im Außenbereich in der Nähe der Brandstelle in einem Materialstapel eingeklemmt war.

Alarmierung per SMS

Das Tanklöschfahrzeug aus Neukirchen traf zuerst an der Brandstelle ein. Die Nachbarwehr setzte sofort das Notstromaggregat am Fahrzeug ein und sorgte für die Ausleuchtung des Geländes. Mit einem Überdruckbelüfter gelang es, den Rauch aus der Werkstatt zu drängen und bessere Sichtverhältnisse zu schaffen.

Die inzwischen ebenfalls eingetroffenen Wehren der Gemeinde Etzelwang übernahmen Löscharbeiten und verhinderten bei der engen Bebauung in diesem Dorfbereich ein Übergreifen der angenommenen Flammen auf Nachbargebäude. Die Atemschutzträger von Neukirchen und Etzelwang machten sich an die Rettung der Vermissten. Sie transportierten sie aus dem Gefahrenbereich, wo sie an sicherer Stelle vom Sanitätspersonal versorgt wurden. Den Ablauf der Großübung beobachtete Kreisbrandmeister Christian Meyer. Als Einsatzleiter lobte Etzelwangs Kommandant Robert Pilhofer das erfolgreiche Zusammenspiel der Frauen und Männer aus den fünf Wehren und dankte am Ende für die Leistung.

Die Übung wurde auch genutzt, um den praktischen Einsatz der Digitalfunkgeräte zu testen und aus gewissen Schwierigkeiten mit der neuen Technik zu lernen. Das galt auch mit Blick auf die Alarmierung der fünf Wehren, bei der sich Probleme mit der Benachrichtigung per SMS gezeigt hatten.

Berr hofft bald auf Routine

Christian Meyer stufte den Betrieb der Familie Fischer als geeignet und "interessant" für eine solche Großübung ein. Er sagte, dass vor allem bei den Atemschutzträgern der Einsatz der Digitalfunksprechanlagen gewöhnungsbedürftig sei. Bürgermeister Roman Berr, selbst langjähriger aktiver Feuerwehrmann in Etzelwang, sprach allen Kommandanten und ihren Trupps seinen Dank aus für die bereitwillige Teilnahme in dieser Form an der Brandschutzwoche. Für die Schulung an den Digitalfunkgeräten lobte er den Kirchenreinbacher Kommandanten Norbert Sperber, der allen vier Wehren die neue Technik nahegebracht hatte.

Der Bürgermeister war zuversichtlich, dass der Digitalfunk bei den Wehren bald zur Routine gehöre. Als Dank für den Einsatz lud er alle Teilnehmer ins Feuerwehrhaus nach Etzelwang ein, wo es neben der Besprechung auch eine Brotzeit gab.
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