Diözesanseelsorger Christian Kalis stellt Leitsätze vor, um Landleben zu fördern - Spende ...
Kontrolle durch Dorftratsch

Ilsenbach. (fvo) Im Mittelpunkt der Landvolk-Kreisversammlung stand ein Referat von Diözesanseelsorger Christian Kalis zum Thema "Land stärken, Leben fördern, Glauben säen - 10 Leitsätze zur Landpastoral". Gefragt sind neue Ideen.

Mit den knapp 50 Besuchern entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion. Kreisvorsitzender Manfred Kellner meinte, dass die Kirche im Dorf Gewicht habe und Ansehen genieße, selbst wenn die Bindungskraft schwinde. Im ländlichen Raum sei der durch das Kirchenjahr ritualisierte Jahreslauf von größerer Bedeutung als in den Ballungszentren. "Die soziale Kompetenz sowie die Bereitschaft zum Engagement sind immer noch hoch."

Kalis forderte, ein hauptamtlicher Mitarbeiter müsse die Begabungen der Menschen sehen und ihr ehrenamtliches Engagement auch genügend wertschätzen. Es gebe viele, die auf dem Land wohnten, aber keine Bindung fänden. Der Referent sprach auch die negativen Seiten des Landlebens an: "Die Sozialkontrolle ist auf dem Land höher. Hier wird mehr getratscht." Kritisch bemängelte ein Diskussionsteilnehmer, dass man beispielsweise den Pfarrer dem Pfarrgemeinderat (PGR) als Vorsitzenden vorangestellt habe und eine PGR-Sitzung stets geheim sei. Pfarrer Franz Winklmann wollte wissen, wer den jungen Priestern in der Diözese sage, wie sie sich im gesellschaftlichen Leben hinsichtlich der Gesprächskultur in einer Pfarrei verhalten sollten. Ein Teilnehmer verlangte, dass man den Spalt zwischen Klerus und Laien schließen müsse. Kalis mahnte, sich neben der Messe und den klassischen Andachtsformen auf andere, von Laien getragene Ausdrucks- und Feier-Formen einzulassen. "Ohne Priester gibt es aber keine Eucharistie", stellte er klar.

Kreisvorsitzender Manfred Kellner ließ das vergangene Jahr noch einmal mit verschiedenen Fahrten, Tagen der Orientierung und der Fuchsmühl-Wallfahrt Revue passieren. Die Berichte der Ortsverbände Burkhardsreuth, Kirchendemenreuth, Waldthurn, Altenstadt und Püchersreuth zeigten ein buntes Bild an Landvolkaktivitäten, angefangen von Kasperltheater, Kirchencafé, Familiensonntagen über Glaubens- und Gesundheitsthemen bis hin zu Waldadvent, Kabarett oder gar der Besuch bei einem Landmaschinenhersteller.

"Eine hervorragende Kassenführung" attestierten die Prüfer Horst Pleyer und Maria Ries nach dem Kassenbericht von Willi Kellner. Dieser meinte, dass man mit dem positiven Kassenstand sehr gut in die Zukunft blicken könne.
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