Dissonanzen bei den Sängern

Josef Barth aus Floß (Dritter von rechts) bleibt Vorsitzender der Sängergruppe Floß, Karl Herrmann aus Pleystein (Dritter von links) Stellvertreter. Holger Scheufler aus Pleystein (Zweiter von links) kümmert sich um die schriftlichen Angelegenheiten und Hermann Pflaum aus Georgenberg (Zweiter von rechts) ist ebenfalls im Vorstand. Kreisgeschäftsführer Adolf Gassner (links), der Ehrenvorsitzende des Sängerkreises Nordoberpfalz, Herbert Kick (Mitte) und dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer (rechts) gratuli

Ein heftiges Donnerwetter prasselte in der Jahreshauptversammlung der Sängergruppe Floß im Gasthaus Schönberger in Kaimling auf die verdutzten Mitglieder herab. Stellvertretender Vorsitzender Karl Herrmann nutzte die Gelegenheit, um seinem Ärger Luft zu machen.

Viel werde in den Chorgemeinschaften über den fehlenden Nachwuchs lamentiert. Der Männergesangverein Pleystein war kürzlich Ausrichter eines Chortages für den Fränkischen Sängerbund mit Ehrenchorleiter Karl-Heinz Malzer als Dozenten. Lediglich 12 Leute aus der Sängergruppe Floß fanden sich dazu ein. Georgenberg und Pleystein stellten jeweils 4 und Waidhaus, Leuchtenberg mit Kaimling jeweils 2 Sänger.

Es werde nur immer geschimpft, es sei nicht's los. Hier sei eine hochkarätige Veranstaltung organisiert worden, und dann komme keiner. Das gleiche Bild zeichnete Herrmann vom Kreiskonzert des Sängerkreises Nordoberpfalz in Kemnath. Die Sängergruppe Floß war lediglich durch den Männergesangverein Pleystein vertreten und erhielt tosenden Applaus, berichtete Herrmann.

Wenige Tage später las er jedoch im Bericht im "Neuen Tag" zu diesem Konzert eine seiner Meinung nach völlig ungerechtfertigte Kritik. "Wir waren mit Abstand der beste Chor des Auftritts", stellte Herrmann klar. Andere Chorgemeinschaften aus der Sängergruppe Floß hätten sich gleich gar nicht gemeldet, wetterte Herrmann, der dahinter Neidgefühle gegenüber Pleystein vermutet.

Ärmel hochkrempeln

"Macht eure Hausaufgaben", setzte der stellvertretende Vorsitzende seine Schimpftirade fort. "Man möchte offenbar bedauert werden, anstatt die Ärmel hochzukrempeln". Er appellierte an die Chöre, Experimente zu wagen und auch einmal unbekannte oder moderne Chorsätze zu singen.

Ins gleiche Horn stieß Vorsitzender Josef Barth: "Du sprichst mir aus dem Herzen." Auch in ihm habe sich eine derart große Wut nach dem Chortag in Pleystein aufgestaut, weil die Mehrheit der Mitglieder durch Abwesenheit glänzte. Er habe sich eigentlich geschworen, nicht mehr für den Vorstandsposten zu kandidieren. Die Wogen hätten sich aber wieder geglättet, und so stand einer erneuten Wiederwahl nichts mehr im Wege.

Die 23 anwesenden Mitglieder wählten Barth für die nächsten drei Jahre wieder zum Vorsitzenden und Karl Herrmann aus Pleystein zum Stellvertreter. Die Kassengeschäfte führt Josef Eiber aus Vohenstrauß, Schriftführer ist Holger Scheufler aus Pleystein. Der Posten des ersten Gruppenchorleiters konnte nicht besetzt werden, da der bisherige Amtsinhaber Herbert Kraus aus Flossenbürg im Vorfeld keine schriftliche Einverständniserklärung zur Wiederwahl abgegeben hatte.

Die Kasse prüfen zukünftig Herbert Kick aus Waldthurn und Hermann Pflaum aus Georgenberg. Als Delegierte zur Bundesversammlung wählten die Teilnehmer Josef Barth, Karl Herrmann, Bernhard Unger aus Waldthurn und Rainer Weiß aus Plößberg.

Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer dankte allen, die ihr Talent in einem Chor einsetzen. Der Kreisgeschäftsführer des Fränkischen Sängerbunds, Adolf Gassner aus Ebermannsdorf, zugleich Vorsitzender der Sängergruppe Amberg, gab Regularien zum Meldewesen weiter.

Repertoire ändern

Seine Verbundenheit zur Sängergruppe Floß drückte der Ehrenvorsitzende des Sängerkreises Nordoberpfalz, Herbert Kick aus Waldthurn, mit seiner Anwesenheit aus. Der Fortbestand der Chöre sei ihm ein Anliegen.

Allerdings beweisen die Männergesangvereine aus Pleystein und Georgenberg oder der Gesang- und Orchesterverein Waldthurn, dass es auch erfolgreich in die Zukunft gehen kann. Kick bat genauso wie zuvor schon Karl Herrmann, das Chorrepertoire abzuändern und auch Neues auszuprobieren.

"Die Bevölkerung wird erst einmal merken, was dadurch verloren geht, wenn kein Chor mehr vorhanden ist", warnte Kick. Deswegen dürften sich die Chorgemeinschaften nicht bequem zurücklehnen. (Hintergrund)
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