Doch Bereitschaft für Organspende rückläufig
Zu viele warten

Transplantationskoordinator Xaver Bayer. Bild: ohr
Wernberg-Köblitz/Neunaigen. (ohr) "Unser Ziel ist es, allen Patienten auf der Warteliste die notwendige Transplantation zu ermöglichen", betonte Xaver Bayer von der Koordinierungsstelle Organspende bei seinem Vortrag im Gasthaus Bierler. Die Bereitschaft zur Organspende ist aber seit den Skandalen 2012 rückläufig.

Der Kirchenpfleger der Expositur Neunaigen, Thomas Kastner, bedauerte, dass nur wenig junge Leute für das Thema "Organspende und Transplantation" Interesse zeigten. Xaver Bayer erläuterte, dass rund um die Uhr ein regionaler Bereitschaftsdienst zur Koordinierung einer Organspende unter der kostenfreien 0800 -Nummer erreichbar sei.

Hauptaufgabe der "Deutschen Stiftung Organtransplantation" (DSO) ist die Organisation der Organspende vor Ort. Unter anderem werden die Krankenhäuser mit Intensivstationen in allen Fragen der Organspende beraten und unterstützt, die Angehörigen von Organspendern begleitet. "Der Achtung des Willens und der Würde des Spenders werden höchste Priorität eingeräumt", so Bayer.

Ziel sei es, das Leben des Patienten zu retten. "Alle Bemühungen des eingesetzten Fachpersonals sind auf dieses Ziel ausgerichtet". Nur bei einer kleinen Gruppe stelle sich die Frage der Organspende. Die Krankenhäuser seien verpflichtet, die DSO über eine mögliche Organspende zu unterrichten. Der sichergestellte Tod sei die medizinische Voraussetzung für eine Organspende. Auch müsse eine Einwilligung des Verstorbenen oder der Angehörigen vorliegen. Nach definitiver Gehirntod -Feststellung stimmen auch die evangelische und katholische Kirche einer Organentnahme zu.

Im Zeitraum von 1963 bis 2013 wurden in Deutschland 112 598 Transplantationen vorgenommen. Täglich sterben drei Menschen wegen eines fehlenden Spenderorgans. Etwa 11 000 Patienten warten auf das lebensrettende Organ. Wurden laut DSO 2011 noch 1 200 Organspender registriert, sank die Anzahl 2012 auf 1 046 und 2013 sogar auf 876. Doch "Organspende ist unverzichtbar", resümierte Xaver Bayer.
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