Doch noch Schwammerl-Segen

Jede Menge Pilze, die auf ihre Zubereitung warten: Welchem Genießer einer leckeren Schwammerlsoße mit Semmelknödeln läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Bilder: gpa (2)

Schwammerlbrühe mit Erdäpfelstampf, Steinpilze mit Rühreiern, Schwammerln mit Semmelknödeln: Das sind drei Lieblingsgerichte aller Schwammerlfreunde. Gerne nehmen sie stundenlanges Suchen nach der wichtigsten Zutat in Kauf - Hauptsache, sie werden am Ende auch dafür belohnt. Doch so einfach ist das heuer nicht.

Fast sah es aus, als würde die Jagd nach Pilzen - oder wie die Oberpfälzer sagen, das "Schwammerln" - mangels Masse gar nicht stattfinden. Die lange dauernde Hitze mit Trockenheit in Wald und Flur versprach Liebhabern köstlicher Pilzgerichte nicht besonders gute Aussichten. Aber, wie heißt es so schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Und tatsächlich: Der Regen kam. Er war zwar nicht gerade überwältigend, aber versprach doch noch Schwammerl-Segen.

Für Eschenbachs langjährigen Stadtförster Hans Wöhrl ist das die Zeit, um Pilzesucher, besonders die Unerfahrenen, auf Gefahren aufmerksam zu machen. Vor allem allen, die sich nicht sicher sind, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, legt er eine Faustregel ans Herz: "Nur das einsammeln, was man zweifelsfrei kennt." Das sind hauptsächlich Steinpilze, Rotkappen, Maronen, Eierschwammerln und Butterpilze. Bei allen anderen Pilzen ist laut Wöhrl für Laien Vorsicht geboten: "Jedes Jahr gibt es viele Erkrankungen durch den Genuss gefährlicher Pilze." Als Beispiel führt er den Knollenblätterpilz an, dessen Verzehr tödlich ist.

Wer zum Pilzesammeln geht, sollte sich zudem gut vorbereiten. Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände sind für den Forstmann ein fester Korb und ein Küchenmesser. Und: "Weiche Tragetaschen, Netze oder ein Rucksack, dem innen jede Stütze fehlt, sind ungeeignet."

Nur gereinigt in den Korb

Da große Pilze beim Herausdrehen erhebliche Löcher im Boden hinter- lassen, sollte dieser wieder gut angedrückt werden. "Unbekannte und verdächtige Pilze stößt man nicht um, auch nicht, um andere Sammler vor dem vermeintlich giftigen Zeug zu bewahren", betont Wöhrl zudem.

Der richtige "Pilzjäger" verweilt in gutem Gelände, streift langsam und ruhig kreuz und quer hindurch und mustert dabei sorgfältig den Boden, sagt der "Schwammerl-Experte". "Beim Sammeln sollte nicht ein einziger Pilz ungereinigt in den Korb gegeben werden. Längshalbierung macht es leichter, festzustellen, ob ein Pilz madig ist. Außerdem ist es ratsam, bei einer Rast Pilze in den Schatten zu stellen."

Bei der Heimkehr sollte die Ausbeute auf einem Tisch oder auf Holzbrettern nebeneinander ausgebreitet werden, da die Pilze weiter atmen und dabei noch eine beträchtliche Wärme entwickeln. Die Schwammerl sind unbedingt frisch zu verarbeiten; fertige Pilzgerichte sollten weder aufgewärmt noch eingefroren werden.

Wöhrl hat bereits 1974 eine "Pilz-Lehrschau" organisiert und für das Volksbildungswerk viele Vorträge über dieses Thema gehalten: "In Sachen Schwammerln macht mir so leicht keiner was vor." Deshalb ist er gerne bereit, Funde unter die Lupe zu nehmen. "Wer sich beraten lassen will, kann von 17 bis 18 Uhr zu mir kommen. Kosten tut es nichts", sagt er, bittet lediglich um Anmeldung unter Telefon 09645/215, damit er auch daheim ist.
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