Dorf als Großbaustelle

In Windpaißing bleibt heuer kein Fleck der Verkehrsflächen unberührt. Innerhalb von rund fünf Monaten ist der ganze Nabburger Ortsteil eine große Baustelle.

Im Juli ging es los. Die Stadt leitete den Bau eines Schmutz- und eines Regenwasserkanalsystems ein. Im gesamten Ort wurden die Straßen aufgegraben und Leitungen verlegt. Im nördlichen Dorf muss zusätzlich ein Pumpwerk erstellt werden, um die Abwässer über die Kreisstraße SAD 28 und anschließend in freiem Gefälle zur Ortsteilkläranlage zu befördern, die zusammen mit einem Retentionsteich etwa 200 Meter außerhalb des Dorfes in Richtung Gösselsdorf entsteht. Klär- und Pumpwerk sollen nächstes Jahr in Betrieb gehen, dann muss auch die Entsorgung für 60 Einwohner über die Hausanschlüsse laufen.

Nachdem ohnehin größere Erdbewegungen unumgänglich waren, entschloss sich die Kommune, mögliche Synergie-Effekte zu nutzen, um Kosten zu sparen. Gemeinsam mit dem dafür zuständigen Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe schrieb sie die notwendige Sanierung der Wasserleitungen in einem Aufwasch mit dem Abwasserprojekt aus. Als dann auch noch der Förderbescheid für den Breitbandausbau im Rathaus eintraf, entschied man sich, auch gleich noch eine dritte Baumaßnahme parallel laufen zu lassen: die Verlegung von Glasfaserleitungen zu allen Häusern.

Sind alle Kabel und Rohre in die Erde gebracht, werden die Fahrbahnen wiederhergestellt. Der Sachbearbeiter im Rathaus, Ulrich Süß, rechnet damit, dass die Baustelle spätestens Anfang Dezember abgeschlossen sein wird.

Die Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro für die Abwasserbeseitigung und weitere 400 000 Euro für die Wasserleitung. Für die Kanalisation bekommt die Stadt etwa 50 Prozent Förderung. Der umlagefähige Aufwand kommt dann gemäß Beitragssatzungen auf die Haus- und Grundstückseigentümer zu.
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