Dorfgeschichte auf Glas

Viele Fischbacher fanden in der Forstwirtschaft der Grafen von der Mühle Arbeit. Bis auf den Förster oder Jäger links auf dem Bild aus dem Jahre 1937 konnten alle Personen identifiziert werden. Katharina Jehl (Brille) mit ihrer Zwillingsschwester Anna sind rechts vorne auf dem Bild zu sehen. Bild: heg

Mit alten Bildern die Vergangenheit aufleben lassen: Der Schützenverein bot die Gelegenheit dazu. Die Fotos aus dem Nachlass von Josef Jehl sind auch ein wichtiger Teil der Fischbacher Geschichte.

Zur zweiten Auflage einer Bilderschau des Fotografen Josef Jehl lud der Schützenverein Stockenfels ins Vereinsheim bei der Grundschule. Rund 100 vor allem ältere Mitbürger waren neugierig und ließen vergangene Zeiten in ihren Erinnerungen wieder aufleben. Schon im April vergangenen Jahres waren viele von ihnen da und waren gespannt auf die Fortsetzung.

260 Bilder gezeigt

Schützenmeister Josef Kaiser freute sich über das große Interesse an der Fotoschau. Pater Alfred Lindner meldete sich ebenfalls zu Wort und machte bei dieser Gelegenheit den Anfang, alle Vereine in Fischbach, wie er sagte, kennen zu lernen. Für die zweistündige Vorführung hatte Josef Graf 260 Fotos aufbereitet und mitgebracht, die mit einem Beamer an die Wand projiziert wurden. Insgesamt wurden in den beiden Veranstaltungen 610 Bilder gezeigt. Für die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sorgten die Schützendamen.

Josef Jehl, geboren am 13.März 1888, war Fotograf, Taxiunternehmer und von Juni 1945 bis Januar 1946 Bürgermeister von Fischbach. Verstorben ist er am 17.1 1964 in Cham, wo er auch beerdigt ist. Seine Tochter, Katharina Jehl, auch heute noch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt durch ihren Eisstand, war ebenfalls mit Tochter Silvia gekommen. Katharina Jehl wirkt mit ihren 93 Jahren erstaunlich rüstig, hat alle Negative aus dem Nachlass ihres Vaters an Schützenmeister Josef Kaiser verschenkt - mit der ausdrücklichen Erlaubnis, die Bilder öffentlich zu zeigen, jedoch nicht kommerziell zu nutzen.

Aus allen Lebenslagen

Hobbyfotograf Josef Graf hat die alten Glasplatten-Negative gesäubert, gesichtet, geordnet und digitalisiert. Es handelt sich um Bilder aus allen Bereichen des Lebens: Gruppenaufnahmen, alte Dorfansichten, Einzelgehöfte mit den Bauern-Familien, Kindergartenfotos mit den damaligen Ordensschwestern, Schulanfangsfotos mit den damaligen Pfarrern Johann Baptist Littich und Josef Denk, Kommunionbilder, Aufnahmen von Festen mit Umzügen und Fahnenweihen, Faschingsveranstaltungen, Theatergruppen oder Hochzeitsgesellschaften, die überwiegend vor dem Gasthaus Roidl posierten. Aber auch viele Studiofotos und Einzelportraits sind dabei. Rege brachten sich die Zuschauer ein, wenn Ansichten und Personen erkannt wurden. Claudia Graf notierte viele Hinweise, wenn die Namen unbekannten Gesichtern wieder zugeordnet werden konnten. Nur so wird aus den Bildern auch ein nutzbares Archiv für die Nachwelt.
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