Dorfverein schreibt Geschichte

Seit Jahrzehnten ist der FC Dießfurt eine feste Größe im Fußballkreis Weiden. Mit der Saison 2014/15 absolvierte er sein 40. Jahr im Oberhaus. Kein anderer Klub hat die frühere A-Klasse und jetzige Kreisliga so mitgeprägt wie die Dießfurter.

Dießfurt. (fs/dö) Der Verein aus dem 300-Seelen-Dorf Dießfurt ist damit am längsten in dieser Liga vertreten - für den 1949 gegründeten Dorfverein eine beachtenswerte Leistung. Unterbrochen wurde diese Serie nur vom Abstieg 1981, den zwei Bezirksligajahren 87/88 und 88/89 und vier Jahren in der B-Klasse, der jetzigen Kreisklasse (Saison 94/95 bis 97/98). Unterm Strich stehen mit dem erfolgreichen Abschluss der Saison 2014/15 insgesamt 40 Jahre Zugehörigkeit zum Fußballoberhaus des Kreises Weiden.

Unglaublicher Aufschwung

Parallel zur Einweihung des neuen Sportgeländes im Jahre 1968 brach der Fußballsport beim im Jahre 1949 gegründeten Verein zu neuen Ufern auf: Der FC Dießfurt feierte fast gleichzeitig den Aufstieg in die A-Klasse Weiden und erfuhr einen stolzen Aufschwung. Innerhalb von zwei Jahren (1966 bis 68) führte der Weg von der C- in die A-Klasse. Grundlegende Voraussetzung für diesen sportlichen Erfolg war ein geregelter Trainingsbetrieb. Pionierarbeit leistete dabei Jugendtrainer Werner Ferstl, als er die 1. Mannschaft übernahm. Zudem begünstigte die auf dem neuen Spielgelände installierte Flutlichtanlage, vorerst nur über den halben Platz, die Trainingsarbeit.

Ferstl formte eine Mannschaft, die mit großer Kameradschaft und Einsatzfreude den sportlichen Erfolg erreichte, und sorgte damit für den bis dahin größten Erfolg in der noch jungen Vereinsgeschichte. Neben den Routiniers Georg Walberer und Josef Holzer hatten die Jugendauswahlspieler Werner Wolfbauer, Erhard Keck und Josef Rodler maßgeblichen Anteil daran. Weitere Spieler in der damaligen Erfolgsmannschaft waren: Gerd Seuberth, Georg Stehbach, Werner Götz, Anton Biersack, Peter Wagner, Josef Bergler, Fritz Schicker, Max Reichl, Emil und Albert Weiß..

Und das Dießfurter Fußballmärchen setzte sich fort. Im ersten A-Klassen-Jahr (68/69) war der Klassenerhalt das einzig realistische Ziel, doch die Ferstl-Elf sorgte auch in der neuen Spielklasse für Furore. Erst nach elf Spielen gab es die erste Niederlage, punktgleich mit dem TSV Kirchenlaibach wurde der Aufsteiger Halbzeitmeister. Das erste Tor in der A-Klasse erzielte Josef Holzer zum Saisonauftakt am 4. August 1968 vor gut 1000 Zuschauern gegen den TuS Grafenwöhr zum (1:1-Ausgleich in der 38. Minute). Am Ende stand ein sensationeller 2:1-Sieg für den Aufsteiger. Am Saisonende belegte der FC mit 31:25 Punkten und 53:45 Toren einen hervorragenden 7. Platz.

In den Jahren darauf etablierten sich die Dießfurter in der A-Klasse und schnitten meist im gesicherten Mittelfeld ab. In dieser Zeit musste auch viel Eigeninitiative beim Umbau des Schulhauses zum Sportheim geleistet werden. Änderungen und Verbesserungen standen bis in die letzten Jahre immer wieder an.

Zwei Jahre Bezirksliga

Zum Höhepunkt der Vereinsgeschichte gehört sicherlich 1987 der Aufstieg in die Bezirksliga, der als Tabellenzweiter in der Relegation erfolgte. Nach Niederlagen gegen TV Sulzbach und Freier TuS Regensburg, nutzte der FC seine letzte Chance und besiegte in Pirk den TV Nabburg nach dramatischen 120 Minuten. Zwei Jahre kämpfte der FC um Punkte in der Bezirksliga, ehe im Mai 1989 der Weg zurück in die A-Klasse führte. Bereits 1983 hatte der FC Bezirksliga-Aufstiegsluft geschnuppert, er musste sich jedoch in Oberviechtach dem FC Furth 1:2 geschlagen geben.

Aber auch zwei Abstieg musste der FC Dießfurt verkraften, als es 1981 für ein Jahr und 1995 für vier Jahre zurück in die B-Klasse ging. Seit dem Wiederaufstieg 1998 konnte der FC die A-Klasse, inzwischen Kreisliga, bis 2015 ununterbrochen halten. Eine enorme Leistung für einen kleinen Verein, der sich lange Zeit fast ausschließlich aus Eigengewächsen rekrutierte.
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