Dorfzentrum als "grüne Lunge"

Eine Ortsmitte mit viel Atmosphäre soll Sassenreuth bekommen. Das jedenfalls versprach Bürgermeister Jürgen Kürzinger den Einwohnern des Dorfes in der Bürgerversammlung. Im "Schnelldurchlauf" ging er auf die Schwerpunkte der Dorferneuerung ein.

Das Gasthaus Biersack war gut gefüllt, als der Bürgermeister mit einem kurzen Abriss des Gemeindegeschehens die zweite von drei Bürgerversammlungen begann. Der Rathauschef übernahm auch den Part des Geschäftsleiters und des Kämmerers, als er wie in Kirchenthumbach (wir berichteten) auf wichtige Entscheidungen verwies und Finanzierungsquellen erörterte.

Dann ging Kürzinger verstärkt auf die geplanten Investitionen ein. Von besonderem Interesse waren für die Sassenreuther dabei die Ausführungen zur Dorfsanierung. Viele Neuigkeiten hatte der Bürgermeister allerdings nicht zu vermelden: Er verwies auf eine Informationsversammlung, in der die Einwohner bereits über die Grundzüge der Neugestaltung aufgeklärt worden seien.

Backofen und Brunnen

Der Gemeindechef erörterte noch einmal die Schwerpunkte des Maßnahmenkatalogs, verwies auf ergänzende Planungen und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung, den Planern und der Dorfgemeinschaft.

Aufgewertet werden sollen zwei Dorfplätze, der Buswartebereich und die Ortsdurchfahrt. Auch ein Gemeinschaftsbackofen, eine "kleine, aber feine Lagerhalle" und ein Dorfbrunnen - alles Wünsche der Sassenreuther - sollen Wirklichkeit werden. Die Dorfgemeinschaft soll blühen: Dieses Ziel haben sich die Sassenreuther gesetzt.

Gedacht sei zudem an eine Möglichkeit zum Aufstellen eines Maibaumes, erläuterte Kürzinger. Er sprach von einer "grünen Lunge" und zeigte sich optimistisch, dass bei einer voraussichtlichen Förderung von 60 Prozent das Vorhaben 2016 angepackt werden könne.

Weiter Vorhaben sind die Ausweisung eines Gewerbegebiets im Bereich "Weiherwiesen II" und eines neuen Baugebiets "Sandbrunnen IV". Denn: "Die Gemeinde hat derzeit keinen einzigen Bauplatz anzubieten", bedauerte der Rathauschef.

Den Anwohnern der bereits bebauten Flächen im Sandbrunnen versprach der Bürgermeister keine weitere Verkehrsbelastung: Die Zufahrt sei aus Richtung Burggrub geplant. Damit verbindet er die Hoffnung, auf der Kreisstraße in Richtung Thurndorf auch auf Höhe des neuen Baugebiets eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer zu erreichen. Es folgten "Wasserstandsmeldungen" zur Abwasserproblematik und die Feststellung: "Ein effizientes Arbeiten in der alten Kläranlage ist nicht möglich." Froh ist der Rathauschef über reduzierte Fremdwassermengen. Die Abwasserentsorgung gehe dennoch gewaltig ins Geld, resümierte er und schloss eine Gebührenerhöhung nicht aus: "Politische Preise können wir uns nicht leisten."

Baubeginn im März

Glücklich ist Kürzinger über die Einsparungen beim Breitbandausbau. Mit der Projektierung im jüngsten Breitbandpakt habe die Gemeinde die zunächst auf 1,1 Millionen Euro veranschlagten Kosten auf die Hälfte reduzieren können.

Auch der Zuschuss des Freistaats ist ein Segen für den Gemeindesäckel. Von endgültig errechneten 520 000 Euro Gesamtkosten verbleibe dem Markt ein Eigenanteil von 105 000 Euro, gab Kürzinger bekannt. Generalunternehmer sei die Telekom. Mit dem Beginn der Tiefbauarbeiten rechnet er im März 2016.

Weitere Ausführungen galten der Verschönerung der Ortsmitte von Heinersreuth. Mit der Neugestaltung des Containerstandorts solle das Dorf entmüllt werden, betonte der Rathauschef. Mit Optimismus blickt er auf die PEGA vom 22. bis 24. April 2016 in Kirchenthumbach. 62 Prozent des Hallenkontingents seien bereits vergeben, teilte er mit. Im Außenbereich warte man noch auf weitere Interessenten.

Auch die Diskussion über die Kirchenthumbacher Ortsumgehung sprach Kürzinger an: "Viele Bürger wollen die Umgehung wegen der Verkehrsbelastung in der Ortsmitte - die Anlieger der neuen Straße wollen sie nicht."

Auf die Arbeit des Bauhofes ging dessen Leiter Jörg Dollhopf ein. Er berichtete von zahlreichen Sonderbaustellen. Mit dem Verzicht auf Fremdfirmen sei viel Geld gespart worden. "Mit wenig Murren und viel Arbeit haben die Bauhofarbeiter Großes geleistet", würdigte er seine Truppe. Kurz notiert
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