Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums in Veitshöchheim, informiert den Imkerkreisverband ...
"Bienen besser verstehen lernen"

Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen in Veitshöchheim, referierte in der Herbstversammlung des Imker-Kreisverbandes Tirschenreuth in Riglasreuth. Bild: öt
Zur Herbstversammlung hatte der Imker-Kreisverband Tirschenreuth ins Vereinsheim des Sportvereins Riglasreuth eingeladen. Dort stand mit Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen in Veitshöchheim, ein kompetenter Referent zur Verfügung. Er sprach über das Thema "Augen auf am Bienenstock - Bienenvölker besser verstehen."

Berg erläuterte, wie wichtig es sei, Bienenvölker auf ihren Zustand hin einzuschätzen. Damit könnten frühzeitig Krankheiten erkannt und eine Zuchtauslese getroffen werden. Er empfahl den Bienenfreunden, wenig in den Bienenstand hineinzuschauen, sondern nur das Flugloch zu beobachten.

Warnzeichen erkennen

Eine sogenannte Gemüll-Diagnose ermögliche Aufschluss über den Volkszustand. Warnzeichen seien eine schwache Auswinterung. Der Leiter des Fachzentrums gab auch Tipps zur Begutachtung des Brutnests. Geschlossene Waben ließen auf einen guten Zustand schließen. Bei Drohnenbrut und Arbeiterinnenbrut nebeneinander sollte die Königin ausgetauscht werden. Ebenso stellte der Referent die Ablage einer eierlegenden Jungkönigin vor. An den Waben sei auch der Schwarmtrieb zu erkennen.

Gebogen und gerade

Der gebogene Stachel der Königin als Waffe gegen die eigene Art, entgegen dem geraden Stachel der Arbeiterinnen, sei eine Besonderheit in der Tierwelt. Nach dem Schlüpfen einer Jungkönigin beiße diese die Brutzellen der Konkurrentinnen auf, informierte der Redner.

Er berichtete auch über das Sterzeln, bei dem einzelne Bienen am Flugloch anderen mit dem Zufächeln von Duftstoffen Wege zeigen. Ebenso griff Dr. Berg das Auskleiden der Zellen durch Bienen mit Propolis, eine Art Desinfektionsmittel, auf.

Ferner sprach der Referent Mutationen und androgyne Bienen an. Er stellte auch Bilder von Krankheiten, wie die amerikanische Faulbrut und die Kalkbrut als Pilzerkrankung vor. Nosema als Darmerkrankung könne zu hohen Völkerverlusten führen. Er erwähnte ebenso den Sackbrut-Virus und die nicht zu unterschätzende Varroamilbe. Zur Zuchtauslese sollte eine Beurteilung der Bienenvölker stattfinden. Es gelte die verschiedenen Eigenschaften zu erfassen, da gute Eigenschaften die Arbeit mit den Bienen erleichtern.
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