Drei barbarische Lachtherapeuten

Ist die Welt in Ordnung, oder hapert es irgendwo? Der typischen Frage des Oberpfälzers "Wou fahlt's denn?" gingen "Barbari Bavarii" bei der Premiere ihres gleichnamigen Programms nach.

Mit selbstgestrickten Stücken, einem deftigen Humor und einem Schuss satirischen Augenzwinkerns rissen die drei Gaudiburschen das Publikum im ausverkauften Theaterstodl des Gasthauses Plödt zu Beifallsstürmen hin.

Christian "Weiti" Witt (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard, Flöte, Mundharmonika, Percussion), Peter "Beda" Greiner (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard, Percussion) und Stephan "Rosi" Rosner (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard, Percussion) spielen nichts nach, sondern texten und komponieren in Eigenregie. Ein ganzes Jahr haben die drei gebraucht, um ihr neues Programm auf die Beine zu stellen. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Mit beißender Ironie und einem Humor, der mal tiefgründig, mal deftig daherkommt, begeisterten sie das Publikum. Die Reaktionen ließen erkennen, dass darunter viele eingefleischte Fans waren. Das Trio nahm die Zuhörer mit auf eine bizarre Reise durch die Welt der Arztpraxen.

Alltägliche Peinlichkeiten

Dabei wechselten die "Barbaren" Platz, Instrumente und Rollen. Sie waren Arzt, Psychiater, Therapeut oder Patient. Der berichtete dann von seinen Problemen, um amüsant und unterhaltend in die Peinlichkeiten des Alltags hinüber zu gleiten.

Da geht es um den Schönheitschirurgen Prof. Dr. Strahlemann ("ich baue bei jedem etwas an"), den Hypnosetherapeuten, dem das Mitglied der Jungen Union und eingefleischte Merkl- und Strauß-Fan von den Problemen mit den Hippi-Eltern beichtet, bis hin zum Psychologen Dr. Rosner. Dessen Klient berichtet von der Traumfrau Isi, die ständig zur Toilette muss ("Isi muss ständig wisi").

Das Publikum bekam von den drei Gaudiburschen eine zweistündige Lachtherapie verschrieben, an die es sich bis zum Ende auch hielt. Sie besangen die "Ratschkattl vom Ort", für die der Arzt Moralinstanz Nummer eins ist, und von der Allergie gegen Deppen sowie die Selbsthilfegruppe, die tief in die Hölle des Schlagers eintaucht: Die "Barbari Bavarii" ließen ironisch mit einer großen Portion Humor versehen kaum ein Thema aus, das die Gesellschaft berührt.

Am Ende wurde es schaurig, als sie die Geschichte vom Boandlkramer - stark angelehnt an den "Brandner Kasper" erzählten. Der ultimative Rat: immer eine Flasche Schnaps und Karten zu Hause haben, um Gevatter Tod hinters Licht zu führen.

Ein geiler Abend, an dem bei so manchem Zuhörer das eine oder andere Wehwehchen durch die besondere Lachtherapie weggesungen wurde und sogar zwei Büstenhalter auf die Bühne flogen. Zugaben wurden stürmisch gefordert. Die waren zwei Hits aus den vergangenen Jahren "Annamierl, Zuckerbirl" und "Raverparty im Altersheim" sowie die urige neue Nummer "Nudl'n mit Soß".

Premiere festgehalten

Wenn man bedenkt, dass die drei Burschen aus Botzersreuth, Görnitz und Floß Musik nur im Nebengeschäft machen, darf man sich über die hohe Qualität ihres Auftritts wundern. Der wurde sowohl filmisch von vier Kameraleuten als auch vom Ton her für eine demnächst erscheinende CD mitgeschnitten.
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