Drei ist keiner zu viel

Martin Kälberer (von links) sowie Stefanie Boltz und Sven Faller vom Duo "Le Bang Bang" harmonierten beim Auftritt am Schafferhof. Bild: fvo

Sie machten gemeinsame Sache: "Le Bang Bang" und Martin Kälberer. Sie haben sich nach eigenem Bekunden "musikalisch ineinander verliebt". Deshalb standen das Duo, bestehend aus Stefanie Boltz und Sven Faller, sowie Kälberer nun gemeinsam auf der Bühne.

Im Leben gibt es nichts Schöneres, als wenn sich Menschen blind verstehen. Das erlebten die Besucher in Neuhaus. Am Schafferhof gaben sie bei ihrer "In Our Blood"-Tour ihr mittlerweile achtes gemeinsames Konzert. Die drei Protagonisten harmonierten musikalisch gut miteinander.

Ungewöhnliche Instrumente

Sie brachten ein inniges und herzerfrischendes Konzert auf die Bühne. Schnell wird klar: Drei war keiner zu viel. Mit Begeisterung legten sie los und setzten exakt das "The first day of your life" drauf. Bei "In Your Blood" kam durch Kälberer ein außergewöhnliches Schlaginstrument, ein "Halo", zum Einsatz.

Die drei Künstler fesselten ihr Publikum und vergaßen dabei im positiven Sinne ihre Umgebung. Ein unglaubliches Gespann, bei dem der Zuhörer nicht entscheiden konnte und musste, wer denn jetzt der oder die Beste des Abends ist. Schon beim Betreten der Bühne strahlten sie eine Harmonie aus, die sich in ihrer Musik niederschlug. Sven Faller spielt E-Bass - und wie. Er lebt in Schwandorf und hatte eine große Fangemeinde mitgebracht. Er und sein Instrument waren eins - mit geschlossenen Augen zupfte, strich, schlug er den Rhythmus und streichelte bei "Don't give up" von Peter Gabriel gefühlvoll die Saiten.

Mit der Münchnerin Stefanie Boltz war eine unaufgeregte, charismatische Sängerin mit einer kraftvoll-zärtlichen Stimme am Werk, die auch am Ende des Abends kein bisschen abfiel. Mit ihrem schwarzen Kleid und rotem Gürtel war sie zwar relativ schlicht gekleidet, verbreitete aber gesanglich eine erstaunliche Farbenvielfalt. So wie bei den beiden männlichen Künstlern konnte sich der Zuhörer dem Charme von Boltz nicht entziehen.

Ein "cooler Hund" ist Kälberer allemal. Mit der Sicherheit eines Könners experimentierte und spielte er auf höchstem Niveau. Er setzte neben dem Klavier ungewöhnliche Schlaginstrumente wie "Halo", eine "Udu", ein "Hang" und auch eine quergelegten "Skin-Udu" ein.

Musik mit viel Gefühl

Als Rausschmeißer wählte das Trio "Fall forward". Bezeichnend war, dass so mancher Nachtfalter, der sich in die Schafferhoftenne verirrt hatte, in diesem Augenblick förmlich dem Takt des E-Pianos und dem Gesang folgte.

Zu drei Zugaben forderten die Zuhörer das Trio. Werner Schmidbauers "Im Süden von meinem Herzen", das Stefanie Boltz als "Southern Part of my Heart" ins Englische übersetzte, gaben sie dabei zum Besten. Mit "Our Castle Turns to Sand" trafen "Le Bang Bang" und Kälberer nochmal aufeinander und packten alle Gefühle hinein. Ein genussvoller Abend mit coolem Sound, satten Grooves und butterweichem Jazz nahm sein Ende.
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