Drei Prozent bereits kalkuliert

Die große Beteiligung am Warnstreik und an der Kundgebung sei Beweis dafür, das sich die Beschäftigten von ZF Auerbach nicht die Butter und die Wurst vom Brot nehmen lassen, bekundete der 2. Bevollmächtigte der Metall Amberg, Udo Fechtner (rechts). Bild: cs

Passen Winterwetter, Sonnenschein und Tarifforderung der IG Metall zusammen? Beim Warnstreik vor den ZF-Toren in Auerbach hatte man gestern durchaus den Eindruck, dass dies zutreffen könnte.

Die Tarifforderung der IG Metall nach einer Erhöhung um 5,5 Prozent, einer Neuregelung für die Altersteilzeit und dem Recht auf berufliche Weiterqualifizierung sei mehr als berechtigt, betonte der 2. Bevollmächtigte der Amberger IG Metall, Udo Fechtner. Bei mehr als 600 Beschäftigten, die dem Aufruf der Gewerkschaft gefolgt waren, stieß diese Meinung auf große Zustimmung. Bereits in den Morgenstunden hatte die Nachtschicht sich an einem Warnstreik beteiligt.

Nicht nur in Auerbach

Die Betriebsratsvorsitzende Sonja Hahn zeigte sich erfreut, dass so viele sich an dem Ausstand und an der Kundgebung beteiligten. Damit werde deutlich, dass die Belegschaft hinter der IG Metall und dem Betriebsrat stehe. Ebenfalls begrüßte die Leitern des Vertrauensleutekörpers der IG Metall, Simone Bauer, die Kundgebungsteilnehmer. Nicht nur in Auerbach, sondern auch in anderen ZF-Standorten, wie in Schweinfurt, Saarbrücken und Friedrichshafen, hätten sich die Belegschaften mit Warnstreiks für die Forderung der IG Metall stark gemacht. Für die ZFler gilt dabei der Grundsatz "Weil's net Wurst is!" bekundete Simone Bauer.

Nichts auf dem Tisch

In den bisherigen zwei Verhandlungsrunden in Augsburg und München habe die Arbeitgeberseite zunächst überhaupt kein Angebot und dann kümmerliche 2,2 Prozent auf den Tisch gelegt, informierte Udo Fechtner. Und dass die bayerischen Metall- und Elektrounternehmen diese Offerte selbst für zu niedrig halten, gehe daraus hervor, dass viele Firmen bereits jetzt eine Erhöhung von drei Prozent einkalkuliert hätten. Auch die vollen Auftragsbücher seien deutlicher Beleg für eine kräftige Lohnerhöhung.

Um diese Blockadehaltung zu brechen, werde die IG Metall die Warnstreiks, an denen sich in Bayern bisher 30 000 Arbeitnehmer beteiligt hätten, gegebenenfalls ausweiten. Man wolle zwar nicht eine Urabstimmung und einen Arbeitskampf, die folgen würden, wenn es nicht zu einer Einigung komme. Dennoch: "Die IG Metall ist in der Lage entsprechend zu reagieren", so Fechtner.
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