Dreikönigsfest in Gmünd - Russische Legende zu besserem Verständnis des Evangeliums
Geschichte für alle, die Gott suchen

Im Festgottesdienst segnete Monsignore Karl Wohlgut die Mädchen und Buben und sandte sie aus, um die Botschaft von Jesu Geburt zu verbreiten und Geld zu sammeln. Mit auf dem Bild die Begleiter sowie Marion (rechts) und Martin Schmid (Dritter von links). Die Geschwister staffieren die Sternsinger seit Jahren aus und bereiten sie auf ihren Dienst vor. Bild: az
"Mit dem Fest der Erscheinung des Herrn verbinden wir das Bild von den Heiligen Drei Königen, die den Stern suchen, der zur Krippe führt." Auf der Suche nach Gott werde es in unserem Leben manchmal dunkel. Dann möge uns ein Stern der Verheißung leuchten.

In diesem Sinn eröffnete Monsignore Karl Wohlgut den Festgottesdienst in der Filialkirche. Traditionell hatte die Ortsfeuerwehr die Stadtkapelle zur musikalischen Begleitung bestellt. Lesung und Fürbitten trug Lektorin Bianca Hofmann vor. Das Fest "Erscheinung des Herrn" als der liturgische Name für den 6. Januar, habe sich in unseren Breitengraden nicht eingebürgert, so Wohlgut in seiner Predigt. Dabei sei es gar nicht so sicher, dass es sich bei den Heiligen Drei Königen wirklich um drei Personen gehandelt habe. Die Legende gebe diesen mit Kaspar, Melchior und Balthasar sogar Namen. Vielleicht seien es aber gar keine Könige gewesen. In Deutschland würden sie jedoch als solche verehrt.

Die Zahl der Könige sei "nicht so wichtig", fand der Priester und verwies auf eine Legende aus Russland, die von einem vierte König berichte. Jenem sei auf dem Weg nach Bethlehem viel Not und Elend begegnet. Und er sei zu spät gekommen. Eigentlich, so Wohlgut, hätte er sich den Weg dorthin sparen können. Schließlich seien Armut und Elend überall zu finden: bei Hungernden, Kranken, Heimatlosen, Unfreien, Entrechteten. Diese russische Legende führe zu einem besseren Verständnis des Evangeliums. Sie sei eine wundersame Geschichte für alle, die Gott suchen. Die Weisen wären Gott nicht bei den Reichen begegnet, vielmehr in einem Kind. "Kinder zählen zu den Schwachen dieser Welt", zog er eine aktuelle Parallele.

"Sie verhungern, verdursten, werden ausgebeutet, missbraucht, werden zu Tode geprügelt. Der Priester bilanzierte: So wie wir Jesu Tod am Kreuz als Zeichen von Liebe zu den Menschen deuten, so sei das Kind in der Krippe als "grenzenlose Solidarität mit den Kleinen und Hilflosen" auf unserer Erde zu verstehen. Und dies wiederum sei die Botschaft, die die Sternsinger in die Wohnungen und Häuser tragen.
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