Dressurreiten: Helen Langehanenberg verliert mit Damon Hill ihr bestes Pferd
Olympia-Traum früh geplatzt

Der Traum vom Olympia-Gold ist für Deutschlands zuletzt erfolgreichste Dressurreiterin schon zwei Jahre vor den Spielen in Rio geplatzt. Team-Weltmeisterin Helen Langehanenberg darf zukünftig nicht mehr mit dem Weltklasse-Pferd Damon Hill reiten. "Das ist wirklich sehr bedauerlich, so ein Paar ist schwer zu ersetzen", sagte Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu am Montag.

Die seit mehreren Monaten laufenden Verhandlungen über eine Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen der Dressurreiterin und den Pferdebesitzern sind gescheitert. "Die Vorstellungen über die Konditionen gingen zu weit auseinander", wird Besitzer Christian Becks in einer Pressemitteilung zitiert. Das 14 Jahre alte Pferd wird nach Angaben von Becks' Anwalt im Familienbesitz bleiben und nicht verkauft. "Das Paar ist zuletzt immer 80 Prozent gegangen, so eine Lücke ist erstmal schwer zu schließen", sagte die Bundestrainerin. "Schade, dass man es nicht zusammenhalten konnte." Vor allem mit Blick auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 fehlt Theodorescu eine sichere Punktesammlerin, denn Langehanenberg hat derzeit kein Pferd im Stall, das in absehbarer Zeit das Niveau von Damon Hill erreichen könnte.

Langehanenberg hatte zuletzt mit dem Hengst bei der WM in Caen Team-Gold und zweimal Einzel-Silber gewonnen. Im Vorjahr hatte die Reiterin aus Billerbeck mit Damon Hill den Weltcup für sich entschieden. Zur Erfolgsstatistik gehören außerdem eine olympische Silbermedaille und vier deutsche Titel.

Das Verhältnis zwischen Langehanenberg und der Familie Becks galt bereits seit längerem als kompliziert. Schon vor der WM gab es Gerüchte über ein Ende der Zusammenarbeit. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bemühte sich bis zuletzt, das Pferd für den Spitzensport zu sichern.

"Unsere Ziele bleiben trotzdem die gleichen", sagte Theodorescu mit Blick auf die EM im kommenden Jahr in Aachen und auf Rio 2016: "Wir müssen irgendwie versuchen, die Lücke zu schließen." Eine Hoffnung sind Totilas und Matthias Rath, die vor der WM kurzfristig wegen einer Verletzung des Pferdes ausfielen. Wann sie wieder starten, ist derzeit offen. Nach Angaben von Theodorescu ist das Paar für keines der verbleibenden Weltcup-Turniere in diesem Jahr gemeldet.
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