Dritter Sieg ohne Glanz

Der Saisonauftakt des SV Etzenricht läuft optimal, auch wenn das dritte Spiel und der dritte Sieg innerhalb von acht Tagen keine Augenweide für die Zuschauer war.

Etzenricht. (war) "Kein Sahnestück, aber nach 90 Minuten hochverdient", urteilte SVE-Abteilungsleiter Manfred Herrmann über das 2:0 gegen den ATSV Kelheim. Die Gäste waren überaus harmlos, ihre einzige Chance hatten sie in der Nachspielzeit. SVE-Keeper Heisig war trotz Unterzahl hellwach und parierte den Abschluss eines schnellen Konterangriffs problemlos.

Dennoch konnte Co-Trainer Florian Schinn als Sprecher des ATSV dem Auftritt seines Teams positive Aspekte abgewinnen. "Wir haben gegenüber der Schlappe gegen Ettmannsdorf an Kompaktheit in der Defensive gewonnen und dem SV nur wenige Chancen gegeben. Leider hat wieder ein individueller Fehler nach einem Einwurf die Niederlage ausgelöst". Unzufrieden war er mit dem Angriff: "Nach vorne ging fast Null möchte ich sagen, auf jeden Fall viel zu wenig für die Liga."

Er sprach dabei das 1:0 an, denn diese Aktion war clever gemacht. Uli Herrmann tankte sich in dieser Phase mehrfach geschickt über die rechte Außenbahn durch. Ein nahe der Eckfahne herausgeholter Einwurf, den Martin Pasieka mit dem Scheitel verlängerte, landete vor dem mitgelaufenen Klaus Moucha. Den Mittelfeldspieler, er gilt nicht unbedingt als "Kopfballungeheuer", hatte die ATSV-Deckung nicht auf der Rechnung. Er zeigte das bessere Timing als Gegenspieler Dominik Schandri und platzierte den Kopfball unerreichbar für Fabian Gruner im Kelheimer Gehäuse. Dieser hatte zehn Minuten später Glück, als ein Heber von Pasieka über die Latte pfiff.

Etzenricht verlegte sich auf das Verwalten des Vorsprungs und drosselte das Tempo. Ernsthafte Gefahr, den Ausgleich zu kassieren, bestand vor dem Wechsel bestenfalls bei Standardsituationen. Ansonsten stand die Abwehrkette sicher. Daran sollte sich auch nach dem Seitentausch nichts ändern. Das Niveau verflachte, diverse Unterbrechungen nach kleinen Fouls und Abspielfehler häuften sich.

"Wir haben zum Zeitpunkt des 1:0 wohl unbewusst Gas rausgenommen, dabei aber so gut wie keine Torchance des ATSV zugelassen", kommentierte Michael Rösch bei der Pressekonferenz. "Wichtig sind die Punkte, ein Schönheitspreis wird nicht vergeben." Dabei hatte der Trainer bei der Aufstellung am Samstag ein glückliches Händchen. Den Torschützen Moucha im Mittelfeld der Startelf zu bringen, war die einzige Veränderung gegenüber dem Mittwochsspiel.

Und der zweite personelle Schachzug zeigte Wirkung: Matthias Dietl brachte in der Schlussviertelstunde zusätzliche Bewegung in den Angriff des SVE. Auf perfektes Zuspiel von Andreas Koppmann in den Laufweg des Stürmers erzielte dieser in der Schlussminute das 2:0. Dietl fackelte nicht lange, zog sofort ab und Gruner war zum zweiten Mal bezwungen. Weitere Höhepunkte im zweiten Abschnitt waren Freistöße von Etzenrichts Marco Lorenz, so fehlten in der 56. Minute bei einem der Versuche nur Zentimeter zum Erfolgserlebnis.
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