Drogendealer vom Pech begleitet

Unglück auf der ganzen Linie. Erst rammten zwei Männer mit ihrem Wagen die Leitplanke. Dann kamen zufällig Polizisten vorbei, begannen auf der Autobahn bei Wernberg-Köblitz mit einer Kontrolle und fanden neben mehreren waffenartigen Gegenständen auch zwei Pfund Haschisch.

Amberg/Wernberg-Köblitz. (hwo) Mit der einst sehr engen Freundschaft scheint es nicht mehr weit her zu sein. Die beiden auf der Anklagebank sitzenden Männer schauten sich nicht an, machten unterschiedliche Angaben. Ein 29-Jähriger, damals am Steuer des über Waidhaus in die Oberpfalz eingereisten Autos, ließ erkennen, dass er weder vom Transport der brisanten Rauschgiftfracht noch von den Waffen, die im Pkw lagen, eine Ahnung hatte. Dabei handelte es sich um zwei Gas- und Pfeffersprays, einen Totschläger und einen Elektroschocker. "Warum dann diese Reise nach Deutschland?", wollte die Vorsitzende der Ersten Strafkammer beim Landgericht Amberg, Roswitha Stöber, wissen. Die Antwort sinngemäß: Man habe in München Gebrauchtwagen anschauen wollen. So recht glauben mochte das keiner.

Kommissar Zufall

Der zweite Beschuldigte, aus der gleichen Ortschaft stammend, Arbeiter und 25 Jahre alt, schilderte alles ganz anders. Seinen Angaben ließ sich entnehmen, dass man die zwei Pfund Haschisch in München verhökern wollte. Die Fahrt an einem Augusttag letzten Jahres nahm dann ein völlig ungeplantes Ende. An der Überleitung der Autobahn A 6 in die A 93 geriet der Wagen offenbar wegen Aquaplaning ins Schlingern und krachte in die Leitplanke. Das Malheur war eben erst passiert, als rein zufällig zwei Zivilfahnder der Amberger Autobahnpolizei an den Unfallort kamen.

Die Beamten trafen erste Sicherheitsvorkehrungen, dann setzten sie zur Kontrolle an. Das Ergebnis überraschte: Zunächst wurden Sprays, Totschläger und Elektroschocker im Pkw gefunden, kurz danach ein Kilo Haschisch. Die prall gefüllte Tüte lag in einer Reisetasche, die sich auf dem Rücksitz befand. Noch etwas stellten die Fahnder fest: Der Fahrer stand unter Drogeneinfluss. Den Genuss von mehreren Marihuana-Joints gab der 29-Jährige Computerfachmann jetzt vor Gericht auch zu. Ein angerauchter Joint war ebenfalls im Wagen gefunden worden.

Haftstrafen verhängt

Die Strafkammer schickte beide Männer für längere Zeit hinter Gitter. Der 29-Jährige, damals Fahrer des Wagens, erhielt vier Jahre Haft. Ihm wurde von der Richtern gestattet, in eine längerfristige Drogentherapie zu gehen. Sein 25 Jahre alter Beifahrer muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Auch bei ihm wurde eine Entzugsmaßnahme erwogen. Mit ihren Urteilen entsprach die Kammer den Strafanträgen von Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier.
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