Druck vom Kessel nehmen

Landrat Richard Reisinger (vorne rechts), Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny (schräg gegenüber) und CSU-Kreisvorsitzender Dr. Harald Schwartz (links daneben) ließen sich bei der Ortsvorsitzenden-Konferenz in die Pflicht nehmen, eine unpopuläre Entscheidung gefällt zu haben. Sie warben um Verständnis und schienen damit Erfolg zu haben. Bild: Huber

Geschlossenheit ist eine der Stärken der CSU. Sie muss allerdings auch erarbeitet werden. Jetzt gab es Handlungsbedarf. Wegen des aktuellen Aufregers Aufnahme-Stopp an der Amberger Realschule.

(zm) Von Kritikern dieses so kategorisch anmutenden Einschnitts (die AZ berichtete), von dem acht Landkreis-Gemeinden betroffen sind, wurde bisher gerne der Eindruck erweckt, Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger (beide CSU) hätten es sich im stillen Kämmerlein recht einfach gemacht. Als zudem die SPD und Freien Wähler begannen, die ersten lokalpolitischen Messer zu wetzen, musste reagiert werden. Mit einer Ortsvorsitzenden-Konferenz.

Sachlich bleiben

Der christsoziale Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Harald Schwartz hatte sie ohne Zögern einberufen und scheute die Höhle des Löwen nicht. Im Pfarrstodl von Großschönbrunn, einem der betroffenen Orte, waren am Dienstagabend etwa 50 Lokalpolitiker der CSU zusammengekommen. Die Runde beschränkte sich nicht auf Ortsvorsitzende. Bürgermeister und Gemeinderäte waren ebenso darunter, auch wenn sie von dem Aufnahme-Stopp verschont bleiben. Schwartz gab eine klare Linie vor. "Milchmädchenrechnungen" hätten in dieser Diskussion nichts zu suchen.

Er bat deshalb die, "die ihr Ohr am Bürger haben", um eine Versachlichung der Debatten. Die Fakten dazu lieferten Ambergs Oberbürgermeister und der Landrat (siehe Kasten). Beide machten deutlich, dass sie die beschlossene Übergangsregelung für zwingend geboten halten und nicht davon abrücken werden. Ebenso einvernehmlich räumten sie ein, das Schulbus-Argument vielleicht eher blauäugig gesehen und womöglich den Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) "etwas spät ins Boot geholt zu haben" (Landrat). Der im Landratsamt für den Personennahverkehr zuständige Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas stand der CSU-Runde jetzt jedenfalls ausführlich Rede und Antwort.

Keineswegs unzumutbar

Er sieht Klagen über unzumutbare Busverbindungen als nicht angebracht an. Es gebe für die künftigen Fahrschüler aus den betroffenen Gemeinden keine Warte- oder Umsteigezeiten im Bereich von einer halben bis dreiviertel Stunde, trat er solchen Aufgeregtheiten entschieden entgegen. Möglichkeiten von Verbesserungen besonders für den Raum Freihung sieht Haas in beschränktem Umfang aber durchaus.

Eine neue, den Bedürfnissen angepasste ÖPNV-Linie (Öffentlicher Personennahverkehr) schließt er aus. Die Vorlaufzeit dafür liege inzwischen bei zweieinviertel Jahren. Das stehe in keinem Verhältnis zu einer Übergangszeit von drei Schuljahren. Eine rein unternehmerisch getragene neue Busverbindung scheitere an ihrer wohl nie erzielbaren Wirtschaftlichkeit, und neue Schulbusverbindungen müsste der Schulträger finanzieren.
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