Drückejagd: Wild verdrückt sich

Der Jagdbogen Filchendorf hat einen neuen Vorstand: (von links) Kassier Wolfgang Plößner, Schriftführer Reinhold Kynast, Beisitzer Albert Mayer, Jagdvorsteher Eduard Dollhopf, Beisitzer Hans Besold, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Reiß und Jagdpächter Matthias Englbrecht. Bild: ow

Die Jagdgenossen sorgen sich um ihr Revier. Sie befürchten, dass im Wald bald kein Wild mehr anzutreffen sein wird. Den Grund dafür sehen sie in den Drückejagden im Staatsforst des Kulmwaldes.

Bei den in der Vergangenheit relativ großen Drückejagden seien viele Tiere auf der Strecke blieben. Jagdpächter Matthias Englbrecht berichtete, dass dieses Thema in der Hegeringversammlung kürzlich heiß diskutiert worden sei. Zumindest in diesem Jahr sollen keine Drückjagden am Kulm stattfinden.

Für die nächsten fünf Jahre hat die Jagdgenossenschaft einen neuen Vorstand. Eduard Dollhopf leitet auch weiterhin als Jagdvorsteher die Geschicke des Jagdbogens. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter Jürgen Reiß. Reinhold Kynast amtiert als Schriftführer, Wolfgang Plößner kümmert sich um die Kasse. Beisitzer sind Hans Besold und Albert Mayer. Als Kassenprüfer fungieren Karl-Heinz Heinlein und Uwe Gebhardt.

Kein Wildschaden

Laut Eduard Dollhopf musste im vergangenen Jahr kein Wildschaden beglichen werden. Offensichtlich zahle sich die Anschaffung von elektrischen Weidezäunen für kritische Ackerflächen, die die Schwarzkittel ferngehalten haben, aus. Weiterhin berichtete der Vorstand, dass einige Wege in der Filchendorfer Flur in einem sehr schlechten Zustand sind. Den Schadensbericht haben die Vorstandsmitglieder Albert Mayer und Jürgen Reiß erstellt. Ihrer Meinung nach wird Schotter im Wert von zirka 3000 Euro benötigt, um die Wege wieder in einen betriebsbereiten Zustand zu bringen. Die Jagdgenossenschaft wird einen Antrag für einen Zuschuss an die Gemeinde stellen. Diese hatte sich in der Vergangenheit immer mit 50 Prozent an den Kosten beteiligt.

Spende für Kriegerdenkmal

Jagdpachtschilling soll auf Beschluss für den Wegebau verwendet werden. Ebenso unterstützen die Mitglieder die Sanierung des Filchendorfer Kriegerdenkmals mit einer Geldspende. Gerhard Dollhopf hatte den Antrag dafür im vergangenen Jahr gestellt. Nach einer längeren Diskussion einigten sich die Jagdgenossen darauf, Einfriedung und Zaun in Eigenleistung zu erneuern. Die Materialkosten für witterungsbeständiges Lärchenholz übernimmt die Jagdgenossenschaft. Die Gemeinde als Eigentümer des Denkmals soll die Erneuerung der Schriften und den Einbau einer Wassersperre beauftragen. Im Stein steigt Wasser hoch, das zu irreparablen Schäden führen kann.

Ein großes Lob hatte Jagdpächter Matthias Englbrecht für den Vorstand. Er berichtete von einer fruchtbaren Zusammenarbeit und bat, ihn auch weiterhin über anstehende Mahden zu informieren. Auch sollten ihm Ansammlungen von Wildschweinen oder auch bereits kleine Futtersuchspuren der Tiere mitgeteilt werden. Durch ein schnelles Eingreifen könnten Wildschäden meist begrenzt werden.

Der Abschussplan sei bis auf ein Stück Rehwild erfüllt worden. Es wurden elf Rehe, zwei Feldhasen, fünf Elstern, zwei Eichelhäher und vier Rabenkrähen erlegt.
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