Durch viele Änderungen ackern

Ely Eibisch. Bild: ak

Die Absatzmärkte sind wegen des Agrar-Embargos Russlands eingeschränkt, die EU-Richtlinien und Förderrahmen werden enger. Die Landwirtschaft steht vor gravierenden Veränderungen.

Ely Eibisch, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, gab in einer mit der Sparkasse organisierten Infoveranstaltung Überblick zur Agrarpolitik. Mittelfristig müsse sich die Landwirtschaft auf Maßnahmen gegen die wachsende Nitratbelastung des Grundwassers einstellen. Eibisch erwartet etwa ein Umbruchverbot von Grünland, Anbaudiversifizierung der Fruchtfolge und die Festschreibung ökologischer Vorrangflächen auf fünf Prozent sowie Verschärfung der Wasserrechts-Rahmenrichtlinien. Das Gülleverbot in der Wasserschutzzone II werde kommen, was Auswirkungen auf die Düngeverordnung haben werde.

Wahrscheinlich gebe es für die Düngung folgende Sperrfristen: Acker: 1. Oktober bis 31. Januar; Grünland: 1. November bis 31. Januar. Zudem werde 2018 die s Hoftorbilanz für eingebrachte Düngung und verkaufte Erzeugnisse eingeführt. Künftig werde nur mehr die streifenförmige Ablage von Gülle auf Ackerland mittels Schlauchauftrag zulässig sein. Der Phosphatauftrag werde dann bei 20 Milligramm pro 100 Gramm Boden liegen. Die gesamte Nitratdüngung werde 170 Kilogramm im Jahr betragen. Güllelagerneubauten werden eine Leckerkennung, Altanlagen ab 500 Kubikmeter einen Dichtheitsnachweis benötigen.

Bei den Biogasanlagen sei bereits eine neunmonatige Lagerkapazität Pflicht. Aufpassen müssten die Landwirte laut Eibisch in Zukunft auf die Feinabgrenzung der FFH- und Vogelschutzgebiete. Bisher galten 1:25 000 und 1:5000-Karten als grober Maßstab. Ab 1. Januar 2015 werden die Grenzen durch die Naturschutzbehörde topografisch fixiert. Zum Thema Stromautobahnen berichtete Eibisch, dass der Ostbayernring durch das Stiftland wohl kommen wird. Besitzer betroffener landwirtschaftlicher Flächen haben sich auf Nutzungseinschränkungen einzustellen, dafür dürften sie aber mit Entschädigung rechnen. Die Kompensationsflächen werden jedoch nicht aus Nutzflächen gezogen.

Mastbetriebe erwartet das Antibiotika-Monitoring. Ein "Tierwohl-Programm" solle für mehr regionale Vermarktung sorgen. Eine Gefahr für den EU-Agrarmarkt und den erreichten Standards sieht Eibisch im Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) mit den USA. Neben dem Kontingentierungswegfall für Milch ab 2015 treffe die Milchwirtschaft das Agrar-Embargo Russlands stark. Ein Milchpreis nahe der 30 Cent/Liter sei akut. Hoffnungen setzt Eibisch in den boomenden Milchpulver-Markt in China.
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