Durchaus mit Perspektiven

Junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in der Landwirtschaft interessieren, informierten sich auf dem Hof der Familie Weiß in Kümmersbuch und erfuhren bei einem Rundgang durch Stallungen und Maschinenhallen so einiges über die tägliche Arbeit. Bild: gf

Ob Berufsanfänger oder Interessent für eine Zweitausbildung: Praxisnah vermittelte Landwirt Martin Weiß auf seinem Hof in Kümmersbuch die Arbeit eines Bauern.

Die Veranstaltung hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten organisiert. Bei einem Rundgang durch seine Stallungen und Gerätehallen betonte Martin Weiß, dass er den Hof 1976 von seinem Vater übernommen und seither Stück für Stück aus- und umgebaut habe.

Gut 400 000 Euro habe er mittlerweile investiert, nun sei Florian Weiß in die Betriebsführung mit eingebunden. Der Hof sei auf kostengünstige Milchproduktion umgestellt worden, die besten Kühe kämen auf eine Milchleistung von 8000 Kilogramm pro Jahr, was Weiß auf eine gezielte Fütterung mit Getreide, Mais und Grünfutter zurückführte. Etwa 180 Rinder gehören zum Viehbestand, davon 80 Milchkühe, die männlichen Rinder würden frühzeitig abgegeben. Zum Hof gehören gut 60 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, außerdem Pachtland.

Den Hof fortführen

Florian Weiß, noch keine 20 Jahre alt, erzählte, dass er sich auf Anraten der Eltern nach dem mittleren Schulabschluss sich für den Beruf des Landwirts entschlossen habe und nun auf die Meisterprüfung hinarbeite. Er gehe auch davon aus, den elterlichen Hof einmal fortzuführen. Dieses Ziel hat auch Daniel Halbhuber (17), dessen Eltern ebenfalls eine Landwirtschaft besitzen. Ein Landwirt habe eine hohe Verantwortung für Nutztiere. Sein Ausbildungsbetrieb gebe ihm die Möglichkeit, in der auch bei den Eltern mitzuhelfen, wenn dort Not am Mann sei.

Manuel Kummer sieht gleichsam seine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft, da auch seine Eltern einmal einen Hofnachfolger brauchen. Laut Maschinenring-Vorsitzendem Uli Kummer haben landwirtschaftliche Berufe Zukunft - durch die Führung eines eigenen Hofes oder als Fachkraft für Agrarservice bei einem Lohnunternehmer. Dem Maschinering gehören gut 100 Mitglieder an, die sich gegenseitig ihre Geräte zur Verfügung stellen. Die Organisation leitet den Einsatz der Betriebshelfer und kommt auf einen Jahresumsatz von drei Millionen Euro.

Im Landkreis gibt es laut Kummer etwa 1600 landwirtschaftliche Betriebe mit durchschnittlich über 30 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, gut 20 Prozent der Höfe hätten aber die dreifache Durchschnittsgröße. Ausbildungsberater Wolfgang Denk stellte die Vielfalt der Lehrberufe im Agrarbereich vor: Landwirt, Gärtner, Fisch-, Forst-, Tier- und Pferdewirt, Jäger, Molkereifachkraft und Hauswirtschafterin. Mit einer Erst- oder auch Zweitausbildung sei sogar nach einer entsprechenden Weiterbildung der staatlich geprüfte Agrartechniker möglich, auch der Landwirtschaftsmeister, der staatlich geprüfte Wirtschafter für Landbau oder der Agrarbetriebswirt. BBV-Bezirksverbandspräsident Franz Kustner bestätigte ebenfalls, dass eine landwirtschaftliche Ausbildung Zukunft habe. Der Bauernverband werbe mit der Landjugend und landwirtschaftlichen Verbänden für eine Ausbildung in den Bereichen Land- und Agrarwirtschaft. Die Anforderungen an die Landwirte werde in den nächsten Jahren steigen, sei es in der Energiewirtschaft oder im Ökolandbau.

Größten Wert lege der BBV auf die Sicherung des dualen Systems. Bewährt habe sich die parallele Ausbildung in landwirtschaftlichen Betrieben, überbetrieblichen Ausbildungsstätten und Berufsschule. Kustner unterstrich, dass eine landwirtschaftliche Ausbildung im Hinblick auf gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufgaben der bäuerlichen Landwirtschaft gestärkt werden müsse.
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