Durchblick im Heirats-Wirrwarr

Weit fahren mussten die Standesbeamten nicht. Inge Westermann (vorne, rechts) kümmerte sich um ein Vorortseminar in Neustadt. Die Expertin vom Landratsamt übernahm zudem einen Teil des Programms. Bild: nm

Die Messlatte für Standesbeamte liegt hoch. Vier Tage lang informieren sie sich über Neuerungen, frischen Kenntnisse auf und nehmen Tipps für die Praxis mit nach Hause. Eine wichtige Rolle spielen ausländische Rechtsvorschriften.

Neustadt/WN. (nm) Ein Portugiese heiratet in der Türkei vor einem katholischen Geistlichen eine Frau von den Philippinen. Anschließend stellt sich in Deutschland Nachwuchs ein. Was nun? Alltäglich ist ein solcher Extremfall nicht. Trotzdem: Immer häufiger müssen bei Geburten, Hochzeiten oder Todesfällen die in anderen Staaten geltenden Regelungen und Gesetze geprüft werden.

Anschaulich und verständlich

Inge Westermann von der Standesamts-Rechtsaufsicht im Neustädter Landratsamt, Sonja Bodensteiner aus Oberviechtach und der Ingolstädter Hans Staudigl stellten den 30 Standesbeamten aus dem Landkreis, der Stadt Weiden und angrenzenden Kommunen die einschlägigen Bestimmungen, Prüfungsschemas, Gerichtsurteile, Mitteilungspflichten, nachträgliche Beurkundungen und vieles mehr vor. Die Antwort im Zusammenhang mit der Ehe des Portugiesen und der Philippinin lautete im Übrigen, dass die beiden in Deutschland als nicht verheiratet gelten. Die Referenten verstanden es, den eher trockenen Stoff mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis anschaulich und verständlich zu machen. Tipps gab es zudem für das EDV-Fachprogramm Autista oder die Vorbereitung und den Ablauf von Trauungen. Tief durchschnaufen war für die Teilnehmer zum Abschluss der vier Tage angesagt. Viel Lob hatte sich Inge Westermann verdient.

Standesbeamte sind Punktesammler, und sie sorgte mit dem Vor-Ort-Seminar der Bayerischen Verwaltungsschule dafür, dass sich eine ansonsten weite Anreise zu anderen Fortbildungsstätten erübrigte. Ohne den Kurs im Sitzungssaal des Neustädter Landratsamtes und die damit verbundenen Punkte müsste die Bestellung zum Standesbeamten zwangsläufig widerrufen werden. Wobei der Fortbildung und dem Erfahrungsaustausch laufend ein hoher Stellenwert zukommt. Im Abstand von einem halben Jahr stehen ganztätige Treffen an. Auch dafür gibt es unverzichtbare Punkte.
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