Echte Bayern aus Hessen

Den fliegenden Alexander Tannenberger (Mitte) gibt es in der Helmut-Ott-Halle am Samstag ein letztes Mal in diesem Jahr zu sehen. Nach einer Serie von vier Auswärtspartien, unterbrochen durch die Weihnachtspause, steht das nächste Heimspiel des SV 08 Auerbach dann erst wieder am 30. Januar 2016 auf dem Plan. Bild: Ziegler

Im letzten Heimspiel des Jahres möchten Tobias Wannenmacher und sein Team einen "positiven Eindruck" beim Publikum hinterlassen. Doch der Spielertrainer des Handball-Drittligisten SV 08 Auerbach warnt: Mit einer Leistung wie zuletzt wird das nicht klappen.

An sich ist die Partie am Samstag, 5. Dezember, um 18.30 Uhr in der Helmut-Ott-Halle gegen den Tabellendreizehnten TV Kirchzell ein bayerisches Derby, irgendwie aber auch nicht. Denn obwohl Kirchzell geografisch in Bayern liegt, ist der Verein dem Handballkreis Odenwald-Spessart zugeordnet und spielt daher im hessischen Handballverband. Bundesweit bekannt ist der Verein für seine Jugendarbeit. Aus dieser resultieren eine deutsche Meisterschaft in der B- und zwei Vizemeisterschaften in der A-Jugend.

Vier Jahre 2. Liga

Der "Dorfverein" - Kirchzell hat etwas weniger knapp 2300 Einwohner - schafft es immer wieder, Bundesligaspieler auszubilden. Bekannteste Beispiele sind die Nationalspieler Heiko Grimm und Bernd Roos. Aber auch Carsten Lichtlein, Andreas Kunz, Patrick Schmidt oder Andreas Wolff schnürten einst ihre Stiefel für die Odenwälder. Der TV spielt seit vielen Jahren in der Regional- und auch 3. Liga, tummelte sich aber auch schon insgesamt vier Jahre in der 2. Bundesliga. Der Aufstieg in die zweithöchste Klasse ist jedoch derzeit, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, kein Thema. Vielmehr geht es in dieser Saison um den Klassenerhalt.

Obwohl das Team von Trainer Gottfried Kunz (59) wenig verändert in die neue Saison startete, läuft es beim Vorjahresfünften nicht wie erhofft. Schmerzlich vermisst wird Rückraum-Allrounder Mario Stark (23), der in den ersten elf Spielen 56 Tore erzielte, nun aber nach einer Herzmuskelentzündung auf unbestimmte Zeit ausfällt. Dreh- und Angelpunkt ist Andreas Kunz. Der 33-Jährige spielte mit dem TV Großwallstadt im EHF-Pokal und hatte 30 Einsätze mit der Junioren-Nationalmannschaft.

Im Abstiegsstrudel

Gottfried Kunz, seit 40 Jahren Jugendleiter im Verein und seit 1995 Trainer der ersten Mannschaft, weiß, dass sein Team in jedem Spiel ans Limit gehen muss, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Stärken der Odenwälder liegen in der Defensive. Lediglich beim rekordverdächtigen Sieg in Halle (43:26) waren die Kirchzeller in bester Torlaune. Am vergangenen Wochenende in Leipzig erwies sich die Offensive des TV dann jedoch einmal mehr als zu wenig durchschlagskräftig, erzielte in der ersten Hälfte lediglich vier Tore und unterlag klar mit 14:29. Eine Niederlage, die den TV auf Platz 13 und in den Abstiegsstrudel abrutschen ließ.

Den SV 08 Auerbach erwartet somit ein Team, das mit dem Rücken zur Wand steht, personell angeschlagen ist und mit unbändigem Siegeswillen antreten wird. "Wir haben letzten Samstag schon gesagt, dass wir mit einer Leistung wie gegen Baunatal auch gegen Kirchzell wenig Chancen haben", warnt Tobias Wannenmacher. "Außerdem wollen wir uns mit einem positiven Eindruck bei unserem Publikum in die anstehende, lange Zeit ohne Heimspiel verabschieden."

SV 08 Auerbach: Tor: Bayerschmidt, Goebel. Feld: Tannenberger, Weiss, Neuß, Lux, Laugner, Wannenmacher, Büttner, Schramm, Müller, Wolf, Schöttner.
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