Edelsfeld will weiter wachsen

Die Essenz des Jahres 2014 wurde eigens für die Bürgerversammlungen gebraut. Ein bunt bebildertes Gemeindealbum reicherte die trockene Zahlen- und Statistikkost zu einer süffigen Mischung an.

Gefehlt hat es in Sigras nur ein wenig an informationshungrigen Bürgern, die sich aus erster Hand unterrichten lassen wollten. Wer gekommen war, erfuhr von Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl beispielsweise vom Fleiß der gewählten Vertreter. Mit 245 Beschlüssen in 13 Sitzungen lenkte der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Geschicke der Kommune.

Besonders freute sich Strehl über insgesamt 19 Bauanträge. Nicht zuletzt darauf gründete er seine Hoffnung, die aktuelle Zahl von 1870 gemeldeten Bürgern mit Hauptwohnsitz in Zukunft wieder steigern zu können. Bereits jetzt zufrieden zeigte er sich mit den registrierten 464 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gemeindegebiet und den dazu passend hohen Gewerbesteuereinnahmen. Der Anteil an der Einkommensteuer erreichte 2014 sogar eine Höchstmarke.

Von den jüngsten Bürgern besuchen 50 die zwei Kindergartengruppen und 14 die Kinderkrippe. Die längeren Öffnungszeiten erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit wie die Nachmittagsbetreuung. Einer ähnlich guten Betreuungssituation darf sich die immer noch selbstständige Grundschule rühmen, die derzeit 67 Kinder in ihrer Obhut hat.

Im kommenden Schuljahr werde sie zwar mit 57 Schülern auf eine Talsohle rutschen, bedauerte der Bürgermeister. Das Kombiklassen-Modell erhalte jedoch weiterhin die Eigenständigkeit, bis für die geburtenstärkeren Nachfolgejahrgänge der Ernst des Lebens beginnt.

In einer Art Mini-Haushaltssitzung erfuhren die Anwesenden einiges über die Ausgaben und Investitionen, die ihre Gemeinde zu schultern hatte, aber auch aus welchen Quellen Einnahmen sprudelten. Einstmalige Reizthemen wie die beiden Windkraftanlagen oder die Sanierung der Kläranlage Edelsfeld kamen ebenfalls zur Sprache: Erstere hätten 2014 mit eher schwach wehenden Winden zu kämpfen gehabt, letztere befinde sich mitten im Werden.

Danach gehörte die Leinwand allein dem farbigen Erinnerungsbogen, der die diversen Wegebau- und -verbesserungsmaßnahmen ebenso anschaulich dokumentierte wie Jubiläen, Einweihungen, Ehrungen, Verabschiedungen oder sonstiges geselliges Treiben - gesichtete Flußkrebse inklusive. Auch der Blick von oben auf das dörfliche Idyll führte das Wachsen und Gedeihen zwischen 1990, 1997, 1999 und 2010 plastisch vor Augen.

Luftbilder zukünftiger Jahre dürften diesen fortgesetzten Trend dokumentieren: Am Steinlinger Weg sowie über und unter dem Neubauviertel "Junges Wohnen" in Edelsfeld entstehen demnächst neue Gebiete, um den Hunger angehender Häuslebauer zu stillen, wie der Bürgermeister schon vorab verriet.

Diesen ausführlichen Einblicken hatten die Sigraser Bürger wenig hinzuzufügen. Sie beschränkten sich daher auf Nachfragen zur Katasterneuvermessung, zum AOVE-Landwirtschaftswegenetz, ausgebesserten Manöverschäden sowie der Möglichkeit, Lastwagenfahrer trotz Navi-Empfehlung von untauglichen Abkürzungen zwischen Bundesstraße 85 und Vilseck abzuhalten.
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