Ehre für einen Ehrenmann

Wer so viel für seine Umgebung geleistet hat, der darf an seinem 85. Geburtstag viele Gratulationen erwarten. Das trifft heute auf Georg Schwindl zu, der in der Grafenwöhrer Wolfgang-siedlung feiert.

Grafenwöhr. (dö) Die Gratulanten werden sich die Türklinke in die Hand geben, wenn sie dem Grafenwöhrer Ehrenmann Georg Schwindl zum 85. Geburtstag gratulieren. Den ganzen Tag über dürften Vereine, Institutionen, Freunde und Nachbarn ihre Aufwartung machen, am Abend ist eine private Familienfeier geplant.

Immer mit ganzer Kraft

Der Schwindl Schorsch nimmt sich immer gerne ein wenig zurück, doch heute steht er im Mittelpunkt. Und das hat er auch verdient, denn der Jubilar hat sehr viel für die Allgemeinheit geleistet. Leute seines Zuschnitts werden immer seltener. Georg Schwindl ließ sich nie lange betteln. Wenn er es für nötig hielt, packte er mit ganzer Kraft an.

Heute muss man sich noch fragen, wo er denn die ganze Energie und Zeit hergenommen hat, um all seinen Aufgaben gerecht zu werden. Er war ja nicht nur für die Vereine, Arbeitskollegen und die Stadt Grafenwöhr da, er kümmerte sich rührend um seine Familie und errichtete in den Anfangsjahren der Wolfgangsiedlung dort ein Haus für die Seinen, das er heute noch bewohnt.

Einer wie Georg Schwindl hat Vorbildcharakter, das werden heute alle Gratulanten gerne bestätigen. Allen voran die Stadt Grafenwöhr und die SPD. Denn die 30 Jahre andauernde Zugehörigkeit zum Stadtrat wird so schnell nicht überboten. Die "Roten" werden dem eingefleischten Sozialdemokraten und Ehrenmitglied zudem Dank sagen für elfjährige Arbeit als Ortsvorsitzender.

Natürlich gehörte der "Bauarbeiter" bei der Firma Carini (später Haber und Co, sowie Held & Francke und zum Schluss Holzmann), der sich 1988 als Werkspolier in den Vorruhestand verabschiedete, auch der Gewerkschaft an. Hier gewann das Wort des Betriebsratsvorsitzenden ebenso schnell an Gewicht und er war von 1969 bis 1996 im Bezirksvorstand Amberg/Weiden vertreten. Außerdem gehörte Schwindl dem Wirtschaftsausschuss des Gesamtunternehmens in München an.

Pionier der Siedler

Herzblut floss bei Georg Schwindl, wenn es um die Wolfgangsiedler ging. Den Verein hob er 1959 mit aus der Taufe, führte ihn in den 27 Jahren als Vorsitzender zu einer anerkannten Gemeinschaft mit dem Bau des Spielplatzes und der Spielplatzhütte. Noch heute beteiligt er sich als Ehrenvorsitzender am Geschehen. Bei so viel Engagement sind Auszeichnungen eine Selbstverständlichkeit. Schwindl ist stolz auf die Bundesverdienstmedaille sowie die Bayerische Verdienstmedaille und die Verdienstmedaille des Deutschen Siedlerbundes.

25 Jahre Feldgeschworener

Ein weiteres "Hobby" ist bei Georg Schwindl nach seinem Eintritt in den Ruhestand dazugekommen, nämlich die Arbeit als Feldgeschworener. Seit 1989 sorgt er mit dafür, dass die Grenzsteine richtig platziert sind. Dafür ist er immer noch fast täglich unterwegs. "Das ist eine wichtige Betätigung für mich, damit ich nicht einroste", sagte er erst vor kurzem. Dies ist auch nur möglich, weil der Jubilar bei bester Gesundheit ist und ihm seine 85 Jahre ganz gewiss nicht anzusehen sind.

Dabei musste Georg Schwindl auch schon einige Schicksalsschläge einstecken. So verstarben seine beiden Söhne Walter und Reinhard, 1996 verlor er seine Ehefrau Anni und kurz nach seinem 80. Geburtstag seine Partnerin Marga Schönberger. Unterstützt von den beiden Töchtern verbringt er seinen Lebensabend in der Wolfgangsiedlung und freut sich heute auf viel Besuch. "Alles Gute und weiterhin viel Gesundheit", heißt es dann. Diesen Glückwünschen schließt sich auch das Medienhaus "Der neue Tag" an.
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