Ehrenamt aus anderer Sicht

Auch wenn verdiente Mitglieder im Mittelpunkt standen, Sandro Lugert sorgte beim Ehrenabend des TSV für eine besondere Viertelstunde. Er beleuchtete das Ehrenamt nicht aus den gewohnten Blickwinkeln. Der Leiter der Sparte Fußball drehte die Sichtweise um.

Flossenbürg. (nm) "Viele reden vom Ehrenamt, aber vielen ist gar nicht bewusst, was tatsächlich dahinter steckt", stellte Lugert am Freitag seine Gedankengänge vor. Trotz aller öffentlichen Lobeshymnen ließen sich immer wieder auch andere Töne feststellen: "Pauschale Nörgeleien sind nicht in Ordnung. Kaum jemand, der in seiner Freizeit zum Leben im Verein beiträgt, reagiert bei sachlicher und fairer Kritik überempfindlich. Jeder versteht das vielmehr als positiven Beitrag für eine Arbeit, die hohe Ansprüche stellt."

Allen geholfen

Lugert forderte im Theresienheim dazu auf, eine solche Hilfe für die Verantwortlichen in den Vordergrund zu rücken: "Dann wird manches einfacher, und allen ist geholfen." Was hinter den Kulissen der Fußballer passiert, das führten Auszeichnungen für drei Männer vor Augen. Seit Jahrzehnten engagieren sich Martin Rosner, Hans Träger und Thomas Boethe - von den Jüngsten bis hin zu den Alten Herren: "Sie verstehen es, die Kinder für den Sport zu begeistern und kümmern sich um eine Vielzahl anstehender Aufgaben."

Aus Sicht des Hauptvereins setzte sich Vorsitzender Rudolf Hauke mit existenziellen Fragen auseinander.

"101 Jahre nach der Gründung des TSV geht es an einem solchen Abend auch darum, einmal kurz innezuhalten. Wo kommen wir her, wo stehen wir heute, und wie soll es weitergehen? Darüber sollten wir ab und zu nachdenken."

Nichts verändert habe sich während der gesamten Zeit an der Tatsache, dass der TSV für Werte im Sport und in der Gesellschaft stehe. Für beide Bereiche treffe das Motto "Sport tut gut" zu. Möglich mache das Angebot aber erst die Arbeit vor und hinter den Kulissen: "Was nach außen oft selbstverständlich erscheint, ist gar nicht so selbstverständlich."

Kein Dienst nach Vorschrift

Die Rolle der Kommune beleuchtete Bürgermeister Johann Kick. Sportstätten zur Verfügung zu stellen, sei kein Luxus, sondern ein wesentlicher Beitrag zu einem unverzichtbaren Teil des Lebens im Ort. "Anerkennung verdienen sich die Spartenleiter. Sie kümmern sich zusätzlich zum Sportbetrieb um Sportplatz, Turnhalle und Kegelbahn." Das geschehe im engen Einvernehmen mit der Gemeinde. "Mit Dienst nach Vorschrift wäre niemandem geholfen."
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