Eigenes Braurecht für Pfarrer und Klosterbeamte

Das wirtschaftlich wichtigste Stadtrecht ist das Braurecht. 1364 haben die Bürger das Braurecht schon 40 Jahre - mündlich. Bierverkauf ist die bedeutendste Einnahmequelle für die Bürger. Durch Abgaben verdienen Kommune und Herrschaft ebenso daran. 1364 sind Regelungen nötig: Dörfliche Wirte kaufen immer häufiger dort ein, wo das Kommunbier billiger oder besser ist - im Ausland, zum Beispiel in der Stadt Bärnau. Der Abt lässt zugunsten der Bürger den Bierabsatz für das Umland festlegen:

"Alle Schenken, Wirtshäuser und Gastwirte in Leonberg, Schwarzenbach, Liebenstein, Stein, Großen- und Kleinsterz, Großensees, Wernersreuth und Dobrigau haben ihr Bier ausschließlich in Tirschenreuth zu holen und zu kaufen." Ansonsten droht eine drakonische Strafe von einem Pfund Heller (Preis von zwei fetten Schweinen), an den Amtmann zu leisten! Ausnahmen: Pfarrer und Klosterbeamte haben eigenes Braurecht, das heißt eigenes Bier. Wie der Richter zu Wondreb! Haben er oder sein Wirt jedoch das Wondreber Bier verbraucht und will der Richter Zusätzliches kaufen, hat er es von Tirschenreuther Kommunbrauern zu beziehen.

Verboten ist es, dass pfarreigene Bauernhöfe, zum Beispiel der in Großklenau, des Pfarrers Bier "becherweise" (wie in einer Schenke) oder gar "fässerweise" verkaufen. Dorfwirte im Umkreis von einer Meile um Tirschenreuth dürfen kein auswärtiges Fassbier verkaufen, sondern nur ausschenken. (fae)
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