Ein Band gemeinsamer Kultur

Rund um die Informations- und Dokumentationsstätte St. Martin in Ermhof versammelten sich die Gläubigen zum ökumenischen Gottesdienst. Bilder: fm

Vor einigen Jahren hoben Archäologen in Ermhof einen kirchengeschichtlichen Schatz. Die Gedenkstätte St. Martin, die an eines der ältesten Gotteshäuser weit und breit erinnert, dürfte bald vermehrt Besuch von Radfahrern bekommen.

Zur Einweihung und Segnung der Schleife 2 des Simultankirchen-Radwegs stellten die Pedalritter unter der großen Zahl an Besuchern allerdings eine kleine Gruppe. Gemeinsam feierten sie einen ökumenischer Gottesdienst unter freiem Himmel und ließen sich vom Förderverein der Freunde St. Martins zur Jakobi-Kirchweih bewirten.

Den Gottesdienst eröffnete die Musikgruppe Ökurhythmics um Peter Schertel mit einem Willkommenssong. Die Gruppe begleitete die Feier musikalisch weiter. Am Altartisch standen der evangelische Pfarrer Konrad Schornbaum und sein katholischer Kollege Roland Klein mit dem angehenden Diakon Ulrich Wiechers. Pfarrer Klein erinnerte an die über 1250-jährige Vergangenheit der ehemaligen Martinskirche und die verbriefte Jakobi-Kirchweih. Sie solle zusammen mit der Segnung des Radwegs in einer gemeinsamen Feier beider Konfessionen begangen werden. Dazu gehörten Gebete, Lesungen und Fürbitten; im Mittelpunkt stand das Evangelium über das "Salz der Erde" und ein Predigt-Zwiegespräch beider Pfarrer.

Der Koordinator der Route 2, Ortsheimatpfleger Walter Schraml, führte durch die Kirchengeschichte von Ermhof und die Entstehung des Simultaneums, der Wallfahrten und der Kirchweih. An der 23 Kilometer langen Radweg-Schleife durch drei Gemeinden, ausgehend von Neukirchen mit der evangelischen Pfarrkirche, geht es über Mittelreinbach nach Kirchenreinbach mit der St.-Ulrichskirche, über Gerhardsberg nach Etzelwang mit der Kirche St. Nikolaus und von dort über Weigendorf ins Bergdorf Ernhüll samt Kirche St. Margarethen. Abwärts wird über Erkelsdorf die Gedenkstätte Ermhof angesteuert, bevor die Radler wieder Neukirchen erreichen.

Neben den sakralen Schätzen in den Kirchen, die entdeckt und erfahren werden können und zu Gebet und Innehalten einladen, komme das Erlebnis gemütlicher Gasthöfe zur Stärkung nicht zu kurz. Schraml dankte allen Helfern bei der Feier und besonders den Gastgebern Christoph und Gertrud Seitz.

Stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann spürte den wieder erstandenen Geist der früheren Kirche St. Martin. Die Politik sei gefordert, bei der Vernetzung der Routen des Simultankirchen-Radwegs mitzuwirken. Neukirchens 2. Bürgermeister Wolfgang Rattai sah in der Wegeführung durch die drei Gemeinden ein weiteres Band gemeinsamer Kultur.

Das Schlusswort stand Pfarrer Konrad Schornbaum als maßgeblich Beteiligtem des Fördervereins zu. Er hoffte, dass viele Menschen auf dem Radweg die Kirchen als geistliche Stationen, verbunden mit Erholung und Entspannung, erleben.
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