Ein BH für bayrische Barbaren

"Barbari Bavarii" hielten, was sie versprachen: Das Trio sorgte bei seinem Auftritt im "B 14" für herzhafte Lacher. Bild: tie

Die "Barbari Bavarii" zogen im Musikcafé "B14" ein mitreißend hintersinniges musikalisches Programm ab. Die Tische waren aus dem Lokal geräumt, die Stühle so eng nebeneinander gestellt, dass eine Tuchfühlung mit dem Nachbarn fast unvermeidlich blieb.

Wernberg-Köblitz. (tie) Alle Sitzgelegenheiten waren ausgerichtet auf die Bühne und mit erwartungsvollem Publikum besetzt - das Musikcafé "B14" war brechend voll. Und dann kamen sie nach vorne: Drei junge Männer, die ihre Band "Barbari Bavarii" nennen und ihrer Absicht, als bayerische Barbaren hörbar zu werden, nichts schuldig blieben. Ihre Zuhörer brachten sie durch Gesang, Gestik und Wortwahl zum Lachen und beleuchteten dabei schonungslos alle möglichen Zustände.

Sie beschönigten nichts - wie es eben nicht vornehme Leute, sondern nur Barbaren tun. Als "drei Burschen auf der Bühne" stellten sich Peter Greiner, Christian Witt und Stephan Rosner vor. Sie charakterisierten sich mit barbarischem Outfit und entsprechendem Sprachgebrauch, nämlich mit "Ring in da Nosn und a saukurze Lederhosn".

"Mei Schwarm is de Isi"

Alle drei traten als Sänger und Gitarristen auf. Ferner wurde Flöte gespielt, elektrisches Klavier und Cajon. Damit gab das Trio den angesprochenen und vor allem angesungenen Problemen einen glaubhaften Rahmen. So etwa, wenn geäußert wurde: "Der Klaus is a arme Sau, er sucht scho lang a eigne Frau". Wortwahl und Singweise deuteten echtes Mitgefühl an. "Mitfühlend" auch der Song "Mei Schwarm is de Isi". Ihr kann man aber nur schwer näher kommen:"Sie muss zu oft zum Bisi". Die Überzeugung von Peter, Christian und Stephan, "Musiker san besser im Bett", ist allerdings bisher noch durch kein entsprechendes Umfrage-Ergebnis belegt worden.

"Barbari Bavarii" besang noch den "Schönheitsdoktor Strahlemann", bevor der erste Teil des Konzerts mit einem "Pausenblues" endete, weil noch eine Frau auf der Toilette neben der Bühne war, die doch einen Witz erzählen sollte. Sie weigerte sich standhaft und mit vielen Anspielungen ging es weiter im Programm. "Nie wieder Alkohol", darüber könnte man ja abgeschwächt mal nachdenken, allerdings hießt es dann aber doch "Ich liebe dich, Bier, wie schön ist's doch mit dir".

Das Konzert im "B 14" lebte von den ständigen Einfällen der bayrischen Barbaren, die das Publikum zum Lachen brachten und zum Mitmachen animierten. Als ein Büstenhalter besungen wurde, flog postwendend ein BH auf die Bühne. Unklar blieb, woher er kam.

Jedes Lied hatte seinen eigenen Charakter, bekam durchs Bayrische seine ganz spezielle Aussagekraft - eben echte bayerische Comedy-Musik. Selbst vier Zugaben konnten die Begeisterung der Zuhörer nicht bändigen.
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