Ein Bravo dem jungen Künstler

Einigen Zahlen zeigen, was Ludwig Grimm in 60 Jahren geleistet hat. So hat er rund 2500 Beerdigungen - 2115 in Grafenwöhr, 385 in Erbendorf und Luhe - begleitet. Die Anzahl der Hochzeitsmessen vermag er nicht mehr zu sagen. Primizen waren es 20. "Ich habe unter sechs Pfarrern gedient. Mit zweien davon war nicht gut Kirschen essen."

Eine Menge Noten, Urkunden, Auszeichnungen, Einladungen hat Grimm gesammelt. Ein Zeitungsausschnitt vom 22. Juli 1956 berichtet von einem Orgelabend in St. Cäcilia, Regensburg, mit einer Kritik über seinen Beitrag: "Ludwig Grimm vermochte in seiner Darbietung aufzuzeigen, was dieses Werk des jungen Oberpfälzers für immer frisch erhalten wird: geniale Einfallskraft, vollendetes handwerkliches Können und höchstes Gefühl für die Ausdrucksmöglichkeiten der modernen Orgel. Ein Bravo dem jungen Künstler! Er wurde nicht nur der technischen Schwierigkeiten Herr, er deutete auch Regers geistiges Wollen."

Bei so viel Praxis und Erfahrung: Muss man da noch üben? "Das muss man ein Leben lang." Beethovens Sonate d-Moll, opus 31 Nr. 2, oder dessen Mondscheinsonate, opus 27, beherrscht er auswendig. Dann setzt er sich ans Schimmel-Klavier, die Finger fliegen über die Tasten. Er schließt mit dem Stück von Johann Sebastian Bach: "Das wohltemperierte Klavier". Es entstammt dem alten Schulheft von 1955 aus seiner Regensburger Zeit mit dem zerfledderten Einband., das ihm "heilig" ist. (az)
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