"Ein Clown kommt selten allein" - Zwischenmenschliches mit Szenen aus dem Alltag
Rote Nasen mit Gefühlen und Schwächen

Clowns halten uns den Spiegel vor. Mit Gesten und Mimik, ergänzt um rote Knollennasen, zeigen sie hintergründig menschliche Schwächen und Gefühle - so wie Kursteilnehmer und Könner beim Themenabend "Ein Clown kommt selten allein" im Seminarhaus.

Die Kulturscheune war zum Bersten voll, als nach dem Willkommen von Chefin Irene Heiß-Eppig die Clowns die Bühne enterten. Die Kompaktshow der Werkbühne mit den erfahrenen Künstlern Matthias Frauendorf, Brigitte und Thomas Märx, Barbara Schatz-Schmeußer und Irene Heiß-Eppig zeigte Alltags- und zwischenmenschliche Szenen, die sowohl für Heiterkeit als auch Mitgefühl sorgten.

In der Liebesgeschichte eines Paars spielte der gelbe Luftballon eine luftige Rolle bis zum Abschied. Ein Covergirl kündigte dann einen Angler an, der pantomimisch seine Vorbereitungen zum Fischen traf. Das nicht wohlriechende Ergebnis landete im T-Shirt und dieses an der Wäscheleine. Beim schönen Tag im Grünen wollte sich der nächste Clown mit einem Apfel stärken, aber ein vorwitziger Wurm unterbrach sein Vorhaben. Der Genießer übte bei der Entfernung liebevoll Nachsicht, sah sich beim nächsten Bissen aber einem zweiten Wurm gegenüber. Dieser war anscheinend verletzt, so folgten Wiederbelebungsversuche. Die Szene im Zug mit einer lesenden Dame und der annäherungswilligen Zusteigerin endete nach einigem Gerangel mit Schokolade-teilender Versöhnung. Die Szenen wurden von Volker Graf am Piano begleitet

Nach einer Pause schickte Regisseurin Susanne Carl (Rote Nase Clowntheater Nürnberg) einige ihrer Kursteilnehmer der Vortage auf die Bühne. Eingeläutet von Volker Graf mit der gekonnten Variation der "Kleinen Nachtmusik", zeigte Irene Heiß-Eppig pantomimisches Können mit der "Blume", die mit ständiger Betreuung schnell wachsen sollte. Mit viel Körpereinsatz beim Herrichten und Platznehmen am Teetisch glänzte Cornelia. Ein etwas gewichtiges männliches "Dornröschen" schleppte seine Bettdecke auf die Bühne und verfiel in unruhigen Schlaf im Kampf mit dem weichen Objekt. Den temperamentvollen Abschluss lieferte Barbara Richter, Mitleiterin des Rote Nase Theaters, als Flamencotänzerin Elvira.

Nach den künstlerischen Genüssen bot das Seminarhaus ein wohlschmeckendes Büfett seiner ökologisch ausgerichteten Küche als Ausklang des unterhaltsamen Abends.

Wer Interesse an der Clownerie hat, kann sich dies bei einem Workshop vom 17. bis 19. April wiederum im Seminarhaus Deinsdorf aneignen. Susanne Carl zeigt zu Alltagsthemen wie Chefin und Sekretär, Hund und Herrchen, wie man Potenziale in umwerfend komische Szenen umwandeln kann. Anmeldung beim Seminarhaus (seminarhaus.deinsdorf@t-online.de, 0 91 54 / 94 65 64).
Weitere Beiträge zu den Themen: Deinsdorf (85)April 2015 (8563)
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