Ein denkwürdiger Derbysieg

Die Blue Devils feierten am Sonntag einen in dieser Höhe nie erwarteten 9:3-Derbysieg gegen die Selber Wölfe. Stefan Ortolf (vorne) erzielte drei Treffer und bereitete zwei weitere vor. Hinten Philipp Siller. Bild: Gebert

Zu einem Derby gehören Emotionen, packende Zweikämpfe - und auch Härte. Die Selber Wölfe hatten davon allerdings einiges falsch verstanden und leisteten sich 145 Strafminuten, vier Spieler mussten vorzeitig unter die Dusche. Diese unschönen Begleitumstände machten den 9:3-Triumph der Blue Devils zu einem denkwürdigen Derbysieg.

Weiden. (gb) Zwei Tage nach dem 5:3 beim EHC Klostersee machten die Blue Devils mit dem 9:3 (2:1, 3:0, 4:2)-Sieg gegen den VER Selb das zweite Sechs-Punkte-Wochenende in dieser Saison perfekt. In die Freude mischten sich allerdings Wermutstropfen, denn es gab zwei Verletzte zu beklagen - einen auf und einen neben dem Eis. Verteidiger Florin Ketterer wurde im Schlussdrittel benommen vom Eis getragen und ins Klinikum eingeliefert. Draußen erwischte es Markus Berwanger, allerdings ohne Fremdeinwirkung. Der Weidener Trainer zog sich beim Sturz von der Bank eine Platzwunde unter dem Auge zu. Er kam lädiert zur Pressekonferenz, gab aber Entwarnung: "Ein oberbayerischer Schädel hält das locker aus."

Vor zwei Wochen hatten die Blue Devils den lang anhaltenden Derby-Fluch mit dem 4:2 gegen Bayreuth beendet, am Sonntag setzten sie noch eins drauf. "Es war eine tolle Stimmung, ein super Spiel von der ersten bis zur letzten Minute und ein auch in der Höhe verdienter Sieg", freute sich Berwanger für die Mannschaft, die Fans und für alle Verantwortlichen im Verein. "Nun wird sich langsam herumsprechen, dass wir Derbys gewinnen können."

Holden kritisiert Referee

Gästetrainer Cory Holden, der nicht erst seit dieser Pleite heftig in der Kritik steht, sprach von einem Spiel, das man nicht alle Tage erlebe. Nach der ersten Matchstrafe sei das Spiel unruhig geworden. "Wir haben versucht, kühlen Kopf zu bewahren. Wir wollten hart, aber fair spielen und hatten nicht die Absicht, jemanden zu verletzen." Nach Ansicht des Selber Trainers hatte Hauptschiedsrichter Robert Paule Anteil an den Geschehnissen: "Er hat die Kontrolle über das Spiel verloren."

Die Blue Devils wurden zu Beginn kalt erwischt. Nach 29 Sekunden musste Veit Holzmann wegen Spielverzögerung in die Kühlbox und Kyle Piwowarczyk nutzte das Powerplay zur Führung der Gäste, die auf den verletzten Kanadier Jared Mudryk und den gesperrten Michel Maaßen verzichten mussten. Die Blue Devils steckten den Rückstand weg und drehten durch Treffer von Veit Holzmann (6.) und Marcel Waldowsky (11.) das Spiel. Danach drängte Selb, doch mit Kampf, Glück und einem überragenden Fabian Hönkhaus zwischen den Pfosten überstanden die Weidener diese Phase. "Hönkhaus hat super gehalten", lobte auch Cory Holden den Weidener Goalie.

Auch zwischen dem 3:1 (22.) und 4:1 (30./Überzahl) - beide Tore erzielte Jakub Wiecki - lief Fabian Hönkhaus zu großer Form auf. Als dann Stefan Ortolf (36./Überzahl) auf 5:1 erhöhte, fielen die Gäste fast nur noch durch Disziplinlosigkeiten auf. Der erste "Sünder" war Tim Schneider, der nicht nur auf dem Eis, sondern auch auf dem Weg zur Kabine negativ auffiel, als er einen Ordner tätlich angriff. Die Folgen: Fünfminuten- plus Spieldauerdisplinarstrafe sowie Matchstrafe.

Im Schlussdrittel folgten zwei weitere Spieldauerstrafen (Sebastian Eickmann und Eric Neumann) sowie eine Matchstrafe (Tom Pauker) gegen die Selber. Die Blue Devils waren fast ständig in Überzahl und nutzten das zu Powerplay-Toren durch Jakub Wiecki (45.), Stefan Ortolf (46./51.) und Veit Holzmann (57.). Nach dem 8:1 betrieben auf der Gegenseite Kyle Piwowarczy (52.) und Herbert Geisberger (55.), beide ebenfalls in Überzahl, Ergebniskosmetik.

Freitag gegen Schönheide

Am Freitag, 11. Dezember, um 20 Uhr empfangen die Blue Devils den EHV Schönheide. Zwei Tage später treten die Weidener in Peiting an.
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