Ein Dorf erinnert sich

Die neu installierte Infotafel gibt Auskunft über die Geschichte des Dorfes und der Kapelle. Bild: hbr

Im Brucker Ortsteil Mögendorf finden nicht allzu viele Feierlichkeiten statt. Aber wenn es so weit ist, dann beteiligt sich die gesamte Dorfgemeinschaft. So auch bei der Neuauflage des Kapellenfestes.

Nachdem vor einem Jahr mit vereinten Kräften das kleine Gotteshaus von den Einwohnern renoviert wurde, bekam es heuer eine weitere Aufwertung. Die beiden Schwestern Petra Käsbauer und Doris Ederer hatten eine Infotafel angefertigt, die nun neben der kleinsten Kapelle in der Pfarrei St. Aegidius Bruck ihren Platz fand. Dort ist die Geschichte der Gedenkstätte, die bis ins Jahre 1928 zurückführt, niedergeschrieben.

Alle Infos gesammelt

Die älteren Einwohner können sich noch daran erinnern, als sie gemeinsam den Entschluss fassten, eine Gedächtniskapelle zu errichten, um den Gefallenen des ersten Weltkrieges die letzte Ehre zu erweisen. Maria Schuierer trug alle Informationen rund um die Gedächtnis-Kapelle zusammen und dokumentierte sie fein säuberlich. Somit wurde ein interessantes Stück der Dorfgeschichte der Nachwelt erhalten. Demnach setzte der Mögendorfer Ortsausschuss, bestehend aus dem damaligen Bürgermeister Josef Schuierer, dem Ortskassier Michael Esterer sowie Josef Forster die Entscheidung, eine Kapelle zu bauen, in die Tat um.

Nach dem ersten Spatenstich im Herbst 1928 schloss man die Bauarbeiten bereits im darauffolgenden Frühjahr ab. Überwiegend arbeiteten der Mauerer Josef Grehmann sowie der Hilfsarbeiter Hans Reisinger am Bau. Die benötigten Bruchsteine baute man selbst aus dem nahe gelegenen Steinbruch Eichinger in Kaltenbrunn ab und die Ziegelsteine holte Josef Schuierer (Glöcklbauer) mit dem Pferdefuhrwerk von der Ziegelei Pöll in Erzhäuser.

Finanziert wurde der Kapellenumbau aus der Ortskasse mit den Pachteinnahmen aus dem Ortsgrund. Das noch fehlende Geld zur Deckung der entstandenen Mehrkosten erbrachte eine Sammlung. Als finaler Akt wurde noch eine Gedächtnistafel mit den Namen der Gefallenen des 1. Weltkriegs angebracht, eine weitere Tafel mit den Namen der Gefallenen des 2. Weltkriegs später installiert. Nach der Fertigstellung im Mai 1929 wurde in der neuen Kapelle von Franziska Gleixner (Hoindl) die erste Maiandacht gebetet.

Cilli Urban hatte ihrer Großmutter und ihrer Mutter versprochen, die Tradition fortzuführen und solange als möglich Maiandachten zu beten. Fortgeführt hat die Tradition dann Maria Schuierer, die sich auch um den Schmuck und die Pflege der Kapelle kümmert.
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