Ein Fest unter blauem Himmel

Die Bankreihen in der Allerheiligenkirche waren voll besetzt. Darunter die Söhne des verstorbenen Forstdirektors, Dr. Joachim und Roman Gollinger (vorne, von rechts). Auf der Empore interpretierte das "Neualbenreuther Zwio" (rechts) die "Stoawold-Mess". Bild: fsc

Die beiden Glocken der Allerheiligenkirche begrüßten die Wallfahrer aus Leonberg und riefen Gottesdienstbesucher zur heiligen Messe.

Es war recht frisch geworden über Nacht und noch immer zogen dunkle Wolken über die Waldlichtung bei Wernersreuth. Ortspfarrer Pater Hans Junker empfing die Leonberger und richtete herzliche Grußworte an die Gäste aus der Partnergemeinde Vál/Ungarn.

Pater Junker betonte die Messfeier als Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitarbeiter des ehemaligen Forstamtes Waldsassen - insbesondere an einer der früheren Leiter, Forstdirektor Siegfried Gollinger. Er wäre in diesem Jahr noch 100 Jahre geworden. Ausdrücklich erinnerte Pater Junker aber auch an Josef Haberkorn aus Großkonreuth, der Jahrzehnte eifriger Helfer beim Magdalenenfest gewesen sei.

Mit der "Stoawold-Mess" von Wolfgang Kraus aus Pullenreuth - welche das "Neualbenreuther Zwio" zur Gottesdienstgestaltung interpretiere, erfahre das diesjährige Kirchenfest eine besondere Note, so der Pfarrer. Zum Eingang sangen Monika Kunz und Franz Danhauser das "Magdalenenlied", das die Kreisheimatpflegerin für Volksmusik "gefunden" hatte.

Mit "Gloria, Gloria unserm Herrn" wurde der tiefere Sinn der "Stoawold-Mess" hör- und beinahe spürbar. Pater Junker blickte auf das Leben der "Maria von Magdala", von dem erstmals Evangelist Lukas und der Austreibung der sieben Dämonen berichtet habe. Maria Magdalena wie sie fortan genannt worden sei, wäre eine Frau in einer ungewöhnlichen gesellschaftlichen Position, unabhängig und sehr vermögend und Jesus wohl sehr nahe stehende Person gewesen. Sie habe ihm mit ihrem gesamten Vermögen gedient und sei die erste Jüngerin gewesen, die mit den zwölf Aposteln genannt wurde. Maria Magdalena habe die gesamte Leidensgeschichte des Herrn durchlebt, sei bei seinem Sterben dabei gewesen und habe mit Maria und Johannes unterm Kreuz geweint. Hier fügte Pater Junker eine Bauernregel ein: "An Magdalena regnet es gern, weil sie weint um den Herrn." Noch während Gesänge und Gebete die Gläubigen in dem besonderen Bann des Kirchenfestes hielten, wurde es immer heller im kleinen Kirchlein, drangen immer mehr Sonnenstrahlen herein und so konnte Pater Junker am Schluss der Messe mit ruhigem Gewissen sagen: "Gehet hin in Frieden - aber bleibt draußen noch etwas da!" Dem folgten die Gläubigen nur zu gerne und während des Frühschoppens mit Bratwürsten und Bier und den Melodien der "Stiftländer Jugend- und Blaskapelle" verzogen sich die Wolken und strahlend blauer Himmel verschönte das Fest.

"Frankenlied"

Eine Überraschung hatte Wolfgang Plötz, der Leiter der Blaskapelle, als er mit dem "Frankenlied" dem Pfarrer die Ehre eines Dirigats antrug, dem dieser als "bekennender Unterfranke" nur allzu gerne nachkam.
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