Ein gefühlter Mann mehr

Sieben Mann stehen auf dem Parkett, der achte sitzt: das Auerbacher Publikum. Bild: Ziegler

Wenn der SV 08 Auerbach als Spitzenreiter der Handball-Bayernliga den Vorletzten empfängt, dann bleibt dem Trainer nur die Ermahnung, den Gegner ernst zu nehmen. Vor allem, wenn der Tabellenführer ein Heimspiel hat.

Der achte Spieltag beschert dem SV 08 Auerbach ihren nächsten Auftritt in der Helmut-Ott-Halle. Nach der unfreiwilligen Pause am vergangenen Wochenende empfangen die Oberpfälzer am Samstag, 8. November (18 Uhr), den letztjährigen Überraschungs-Fünften TSV Ismaning.

Schaut man sich die aktuelle Lage in der Handball Bayernliga, dann könnte man die Partie zwischen dem SV 08 Auerbach und dem TSV Ismaning als klare Sache für die Oberpfälzer abtun, liegt doch fast die gesamte Tabelle zwischen beiden Teams. Während die Gastgeber ungeschlagen auf Rang eins rangieren, liegen die Gäste aus Oberbayern mit erst einem Pluspunkt auf dem vorletzten Platz. "Wir dürfen und wir werden keine Überheblichkeit aufkommen lassen", mahnte Spielertrainer Tobias Wannenmacher. "Ismaning steht vor allem in der Abwehr recht sicher und hat bisher mit Ausnahme der Spiele gegen Coburg und Waldbüttelbrunn immer mit lediglich vier oder weniger Toren verloren."

Um den aus seiner Zeit in Auerbach noch gut bekannten Jan Geserer steht eine aggressive Abwehr, die mit 187 Gegentoren im Mittelfeld liegt und lediglich 18 Treffer mehr hinnehmen musste als Auerbach. Zudem tat sich auch immer wieder Joachim Murgg im Tor der "Isis" mit starken Leistungen hervor. Der größte Unterschied liegt eindeutig auf der anderen Seite des Balles, denn mit lediglich 155 Toren haben die Oberbayern bisher genau 100-mal weniger getroffen als die Wannenmacher-Sieben und stellen damit die aktuell schwächste Angriffsreihe der Liga - ein Umstand, der wohl auch den vielen Abgängen vor der Saison geschuldet ist. Vier über die Jahre zu absoluten Leistungsträgern gereifte Akteure verließen das Team, teils um ihre aktive Karriere zu beenden, teils um bei anderen Vereinen eine neue Handball-Heimat zu finden. Der schmerzlichste Abgang dürfte dabei Johannes "Josy" Stumpf gewesen sein. Ihn zog es nach Fürstenfeldbruck, wo er mit dem TuS in der 3. Liga spielt.

Trainer Thomas Eck musste sich zudem sowohl einen neuen Co-, als auch einen Torwarttrainer suchen. "Wir hatten durchaus einen Rückzug überlegt. Ich hielt es damals für sinnvoller, mit einem neu formierten Team in der Landesliga anzutreten" erklärte Eck. Die Vereinsführung entschied sich jedoch für die Bayernliga und so formte der Trainer eine Mannschaft aus "Gebliebenen" und Spielern der zweiten Mannschaft, ergänzt durch einige Akteure aus der eigenen Jugend.

Bei Auerbach wird neben Felix Müller, der weiterhin verletzt fehlt, auch Alexander Tannenberger aus familiären Gründen nicht zur Verfügung stehen. "Dann müssen eben die anderen ran und etwas mehr leisten. Deshalb bin ich froh, dass vor allem Johnny Schnödt immer besser in Form kommt. Außerdem spielen wir vor eigenem Publikum, was in Auerbach durchaus gleichbedeutend ist mit einem Mann mehr" erklärte der Wannenmacher zuversichtlich.

Im Vorspiel bestreitet das Reserveteam um Trainer Michael Werner ab 15.45 Uhr seine Partie gegen Spitzenreiter HSG Erlangen/Niederlindach.

SV 08 Auerbach: Walzik, M. Müller, Weiss, Lux, Wannenmacher, Schnödt, Herold, Schmidtke, Schramm, Wolf, Schöttner.
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