"Ein Glücksfall für uns"

Lenken seit zehn Jahren die Geschicke der "Sozialpädagogischen Tagesstätte" in Pfreimd: Leiterin Maria Söllner (rechts) und Geschäftsführer Georg Pfannenstein (links).

"Heute sind wir in der Stadt und im Landkreis fest etabliert", freute sich Georg Pfannenstein. Zum zehnjährigen Bestehen der Sozialpädagogischen Tagesstätte" erinnerte der ehrenamtliche Geschäftsführer an die schwierigen Anfänge.

Pfreimd. (rid) Seit zehn Jahren nimmt die "Sozialpädagogische Tagesstätte" (SPT) in den Räumen des städtischen Klostertraktes Kinder zwischen 7 und 14 Jahren auf, die einen erhöhten Betreuungs- und Förderbedarf haben. Die einzige Einrichtung dieser Art im Landkreis bietet Platz für zwölf Kinder.

Träger war zu Beginn der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, vor acht Jahren übernahm der AWO-Ortsverband Pfreimd die Geschäfte. Fünf Erzieherinnen kümmern sich um die Kinder, die aus schwierigen Familienverhältnissen stammen. Die Arbeiterwohlfahrt beschäftigt fünf Fahrer, die die Kinder jeden Tag von der Schule abholen und nach Pfreimd fahren. Von Nittenau bis Schönsee, einige stammen sogar aus dem Landkreis Neustadt/Waldnaab. Die Schüler bekommen ein Mittagessen, machen Hausaufgaben und können dann im Haus oder auf dem Freigelände spielen, ehe sie wieder nach Hause gebracht werden.

Vier Jahre Vorbereitung

Nach vierjähriger Vorbereitung und aufwendigen Baumaßnahmen, zum Großteil finanziert aus Bundesmitteln, nahm die SPT den Betrieb auf. Zunächst mit einem einzigen Buben. Doch nach und nach füllten sich die renovierten Klosterräume. Seit Jahren ist die Einrichtung ausgelastet.

"Die Kinder sind hier gut aufgehoben", bescheinigte Bürgermeister Richard Tischler dem Trägerverein. Das Personal kümmere sich liebevoll um die Mädchen und Buben aus schwierigem sozialem Umfeld. Der Bürgermeister dankte allen Gönnern und Sponsoren und nannte stellvertretend die Gruppe "Frauen aktiv und sozial" mit Maria Ostler-Scharl an der Spitze.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl weiß die Kinder in "geschützter Obhut" und zählt die Jugendhilfe zu den Pflichtaufgaben des Landkreises. Er hatte als Bürgermeister der Stadt vor Jahren eine "Storchenkamera" installieren lassen, die die Aufnahmen in die Gruppenräume überträgt. Jugendsamtleiterin Regina Hildwein bekommt immer wieder Hilferufe von Eltern, die mit ihren Kindern nicht zurechtkommen. Sie versucht dann, einen Platz in der SPT zu bekommen. Die Kosten für die Unterbringung übernimmt der Landkreis. "Hier wird sehr gute Arbeit geleistet", betonte Regina Hildwein.

AWO-Bezirksgeschäftsführer Alois Fraunholz siedelt die "Sozialpädagogische Tagesstätte" zwischen dem Hort und der "Heilpädagogischen Tagesstätte" an. In die HPT gehen Kinder mit noch größerem Betreuungsbedarf.

"Hilfe zur Selbsthilfe" nennt AWO-Kreisvorsitzende Ulrike Roidl die Förderung in der SPT. Die Kinder sollen soweit begleitet werden, "dass sie später einmal ein selbstständiges Leben führen können".

Dank an die Mitarbeiter

Geschäftsführer Georg Pfannenstein dankte dem AWO-Ortsvorsitzenden Norbert Süß sowie Heiner Winkler und Sandra Rass für die zehnjährige Mitarbeit, überreichte Angelika Kleber für deren "unermüdlichen Einsatz" einen Blumenstrauß und machte der Einrichtungsleiterin Maria Söllner das Kompliment: "Du bist ein echter Glücksfall für uns".
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