Ein halber Ochse hängt im Baum
Hintergrund

Eschenbach. (rn) Michael Griesbeck berichtet auch über ein Nachkriegsgeschehen. "So etwa Ende April mussten Hans Ott und ich zur Militärregierung. Dort wurde uns gesagt, wir sollen die Tellerminen entfernen, weil wir beim Verlegen dabei waren. Wir hatten keinen Plan, der wurde von den Pionieren mitgenommen. Wir bekamen zwei US-Posten zugeteilt, die uns bewachten, als wir das Graben begannen. Wir mussten ohne Suchgerät arbeiten und fanden nur 21 Minen. Die 22. blieb verschwunden. Wir sagten dies den Amerikanern. Sie sagten o.k. und wir duften heimgehen.

Etwa ab dem 10. Mai wurde der Acker freigegeben und Josef Schmidt, genannt Färber-Sepp, wollte Kartoffeln legen. Und da passierte es. Beim Ackern trat ein Ochse auf diese Mine, wahrscheinlich mit den Vorderfüßen, da dem Färber-Sepp selbst nichts passierte. Er zitterte nur am ganzen Leib und war voller Dreck, als er zu meinem Schwiegervater Postschaffner Gradl sagte: 'Sepp, ich habe meine Ochsen verloren.' Als er nach Hause ging, weinte er bitterlich. Die Ochsen und der Pflug hingen zum Teil auf den nahen Pappeln und ein Hinterteil vom Ochsen flog bis zum Wolf Fritz in den Hof."

Positiv sind Siegfried Bayers Erinnerungen an die ersten Tage mit den Amerikanern. Beeindruckend sei gewesen, "zum ersten Mal einen Schwarzen zu sehen". Entgegen der Propaganda seien die US-Soldaten gut zu Kindern und sehr spendabel gewesen: Sie halfen mit Konserven, Orangen und Schokolade. Allerdings habe seine Familie mehrmals die Wohnung für Soldaten räumen müssen. Die Wiese am Weidelbach diente für kurze Zeit als Flugplatz. Bayer berichtet, dass ihn ein "rothaariger US-Soldat deutscher Abstammung" zu einem Flug mitgenommen habe. In der Schule hätten Bauernkinder als "Selbstversorger" keine Schulspeisung erhalten. Weil zur Schulverpflegung manchmal Schokolade gehörte, entwickelte sich ein reger Tauschmarkt: "Schokolade gegen Wurst".

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